Für die Dämmung von Zwischendecken eignen sich vor allem Mineralwolle (Glas- oder Steinwolle), Holzfaser, Zellulose sowie in bestimmten Aufbauten auch Schüttungen wie Blähton oder Perlite. Welches Material am besten ist, hängt davon ab, ob du vor allem Trittschall, Luftschall, Wärmeverlust oder Brandschutz verbessern willst – und wie deine Decke aufgebaut ist. Häufig ist eine Kombination aus „weicher“ Dämmung im Gefach und „schwerer“ Masse darüber oder darunter die beste Lösung.
Erst verstehen: Was genau soll die Zwischendecke leisten?
Bei Zwischendecken in Häusern geht es fast nie um nur ein Ziel. Du willst es oben gemütlich, unten ruhig, und am liebsten soll sich der Energieverbrauch auch noch verbessern. Das klappt – wenn du vorab unterscheidest, welche Art von „Störung“ du eigentlich behandelst.
Luftschall ist das, was man hört: Stimmen, Musik, Fernseher, Hundebellen. Dagegen helfen vor allem faserige, poröse Dämmstoffe (sie „schlucken“ Schall in Hohlräumen) und entkoppelte Bekleidungen (z. B. eine abgehängte Decke).
Trittschall ist das, was man spürt und als Dumpfes hört: Schritte, Stühlerücken, Kinder, die oben Rennen spielen. Dagegen hilft in erster Linie Entkopplung (schwimmender Estrich, Trittschalldämmung, weiche Lager) und Masse. Eine reine Gefachdämmung verbessert Trittschall meist nur begrenzt.
Wärmeschutz ist das dritte Thema. Bei Zwischendecken zwischen beheizten Räumen ist das oft weniger kritisch als bei Decken zu kalten Zonen (z. B. beheiztes EG unter unbeheiztem Dachraum). Dort lohnt sich die Dämmung energetisch deutlich.
Brandschutz spielt besonders bei Holzbalkendecken eine Rolle. Nicht jedes Material verhält sich im Brandfall gleich, und manchmal entscheidet der Brandschutz über die Materialwahl, selbst wenn die Akustik „eigentlich“ wichtiger wäre.
Wenn du dir unsicher bist, nimm diese kleine Entscheidungshilfe: Geht es um Gespräche und Musik, schau zuerst auf Luftschall. Geht es um Schritte und Poltern, schau zuerst auf Trittschall/Entkopplung. Geht es um kalten Boden, ist Wärmeschutz der Treiber.
Typische Deckenkonstruktionen – und was das für die Dämmung bedeutet
Zwischendecke ist nicht gleich Zwischendecke. Ein Material kann in einer Konstruktion super funktionieren und in einer anderen enttäuschen. Die drei häufigsten Fälle:
Holzbalkendecke: Zwischen Balken gibt es meist Hohlräume (Gefache), die sich gut mit faserigen Dämmstoffen füllen lassen. Wichtig sind Schallschutzdetails: Fugen, Anschlüsse, entkoppelte Bekleidungen, Masse. Außerdem musst du Feuchte im Blick behalten (z. B. wenn darunter Bad/Küche ist).
Betondecke: Sie ist von Haus aus schwer, damit bei Luftschall oft schon solide. Trittschall ist der Klassiker: Ohne schwimmenden Aufbau oder Entkopplung bleibt es oben-unten häufig laut. Dämmung ist hier oft Teil eines Fußbodenaufbaus (Trittschalldämmung unter Estrich) oder einer abgehängten Decke.
Altbau-Mischkonstruktionen: Oft gibt es Schüttungen, Fehlböden, alte Lehmschläge. Hier ist „einfach alles raus und Dämmung rein“ selten die beste Idee, weil Masse und Dichtheit akustisch helfen und weil historische Aufbauten feuchtetechnisch „eingependelt“ sind.
Die besten Materialien im Überblick – mit Stärken, Grenzen und Einsatzbereichen
„Bestes Material“ ist in der Praxis meistens: das passende Material im passenden System. Hier die wichtigsten Kandidaten, so wie sie sich in Zwischendecken bewähren.
Mineralwolle (Glaswolle, Steinwolle)
Mineralwolle ist der Klassiker für Gefachdämmung, abgehängte Decken und viele Trockenbau-Aufbauten. Sie ist faserig, dadurch akustisch stark, und sie ist in vielen Ausführungen sehr gut beim Brandschutz.
Wann sie besonders gut passt: In Holzbalkendecken als Gefachdämmung gegen Luftschall und für Wärmeschutz. In Kombination mit einer entkoppelten Unterdecke (z. B. abgehängt, doppelt beplankt) wird daraus häufig eine sehr wirksame Lösung.
Worauf du achten solltest: Entscheidend ist nicht „möglichst dicht stopfen“, sondern sauber und vollflächig füllen, ohne Hohlräume. Bei zu starkem Pressen kann die akustische Wirkung in manchen Aufbauten nachlassen, und es entstehen eher Schallbrücken über harte Kontakte. Außerdem: Anschlüsse müssen dicht sein, sonst pfeift der Luftschall durch jede Ritze.
Typische Grenzen: Trittschall löst Mineralwolle allein nicht. Wenn oben ein harter Boden direkt auf Dielen liegt, bleibt das Getrampel oft hörbar – da brauchst du Entkopplung im Bodenaufbau.
Holzfaser (Matten, Platten, Einblasdämmung)
Holzfaser punktet bei sommerlichem Hitzeschutz und bringt durch höhere Rohdichte oft Vorteile bei der Akustik. Viele mögen auch das „angenehme“ Materialgefühl und die gute Kombination mit Holzbau.
Wann sie besonders gut passt: In Holzbalkendecken, wenn du neben Luftschall auch den sommerlichen Wärmeschutz verbessern willst oder ein diffusionsoffenes System bevorzugst. Als flexible Matten im Gefach oder als Platten in bestimmten Schichtenaufbauten.
Worauf du achten solltest: Holzfaser ist in der Regel teurer und baut oft dicker als Mineralwolle für denselben Wärmeschutz. Bei Feuchte gilt: Systeme müssen passen (Dampfbremse/Luftdichtheit dort, wo sie hingehört), damit keine feuchte Luft in kalte Bereiche wandert und dort auskondensiert.
Typische Grenzen: Auch hier gilt: Gegen Trittschall braucht es meistens zusätzlich entkoppelte Schichten. Holzfaser kann helfen, aber sie ist kein Ersatz für einen schwimmenden Bodenaufbau, wenn oben wirklich viel Bewegung ist.
Zellulose (Einblasdämmung)
Zellulose wird eingeblasen und füllt Hohlräume sehr gleichmäßig. Das ist ein großer Vorteil, weil Lücken und „nicht ganz voll“ bei Schallschutz und Wärme schnell spürbar werden. In Altbauten ist Zellulose beliebt, weil sie sich in komplizierte Gefache gut einbringen lässt.
Wann sie besonders gut passt: In Holzbalkendecken mit schwer zugänglichen oder verwinkelten Hohlräumen. Wenn du eine lückenarme Gefachdämmung willst und der Aufbau für Einblasen geeignet ist (z. B. von oben geöffnet oder über Einblasöffnungen).
Worauf du achten solltest: Die Einbaudichte muss stimmen, sonst kann Setzung entstehen (kleine Hohlräume oben im Gefach). Für gute Ergebnisse ist saubere Ausführung entscheidend. Feuchteschutz und Luftdichtheit müssen ebenfalls passen.
Typische Grenzen: Zellulose verbessert Luftschall im Zusammenspiel mit dichten, entkoppelten Schichten sehr gut, ersetzt aber auch nicht die Trittschall-Entkopplung im Bodenaufbau.
Steinwolle (als „Spezialfall“ innerhalb Mineralwolle)
Wenn Brandschutz ein Hauptkriterium ist, wird häufig Steinwolle bevorzugt. Sie ist in vielen Produkten höher temperaturbeständig und eignet sich gut, wenn du eine robuste Lösung suchst, die akustisch zuverlässig ist.
Wann sie besonders gut passt: In Bereichen, in denen du beim Brandschutz besonders ruhig schlafen willst, etwa bei Installationsschächten, abgehängten Decken mit Einbauspots (hier gelten je nach Situation zusätzliche Regeln), oder bei Deckenaufbauten mit hohen Anforderungen.
Schüttungen (Blähton, Perlite, mineralische Schüttungen)
Schüttungen werden oft eingesetzt, um Masse einzubringen, Unebenheiten auszugleichen oder Hohlräume zu füllen. Akustisch ist Masse ein wichtiger Baustein, vor allem bei tieffrequentem „Wummern“. Gleichzeitig sind viele Schüttungen nicht die besten Wärmedämmer, wenn es richtig warm werden soll.
Wann sie besonders gut passt: Bei Altbau-Holzbalkendecken, wenn du Masse ergänzen oder einen Ausgleich schaffen willst, ohne gleich einen komplett neuen Estrich einzubauen. Auch als Teil eines Systems, das oben einen entkoppelten Trockenestrich bekommt.
Worauf du achten solltest: Gewicht ist das große Thema. Eine Holzbalkendecke hat Grenzen, und nicht jede Decke freut sich über zusätzliche Last. Außerdem müssen Schüttungen dort bleiben, wo sie hingehören: Rieseln in Hohlräume oder durch Fugen ist nicht nur nervig, sondern kann auch die Wirkung mindern.
Typische Grenzen: Als alleinige Maßnahme gegen Trittschall reicht eine Schüttung selten. Sie ist eher „ein Baustein“ im System, zusammen mit Entkopplung und dichten Schichten.
Akustik- und Trittschalldämmplatten (z. B. Holzfaser-Trittschall, Mineralfaserplatten, elastische Unterlagen)
Diese Materialien sitzen meist nicht im Gefach, sondern im Fußbodenaufbau: unter Trockenestrich, unter schwimmendem Estrich oder unter bestimmten Bodenbelägen. Sie sind dafür gemacht, Körperschall zu entkoppeln.
Wann sie besonders gut passen: Wenn Schritte das Hauptproblem sind. Ein entkoppelter Aufbau oberhalb der Decke bringt oft mehr als „noch mehr Dämmung“ im Hohlraum.
Worauf du achten solltest: Die Druckfestigkeit muss zum Aufbau passen. Eine zu weiche Unterlage kann später zu Federgefühl, Fugenbildung oder Knacken führen. Eine zu harte Unterlage entkoppelt schlechter. Hier entscheidet die Kombination aus Material, Dicke und Lastverteilung (z. B. Trockenestrichplatten).
Hanf, Flachs, Schafwolle (Naturfaser-Dämmstoffe)
Naturfasern sind angenehm zu verarbeiten und können akustisch ähnlich wie andere faserige Dämmstoffe wirken. Sie werden gern gewählt, wenn Nachhaltigkeit, Wohngefühl und eine „weiche“ Verarbeitung im Vordergrund stehen.
Wann sie besonders gut passen: In Holzbalkendecken als Gefachdämmung, wenn du einen nachwachsenden Rohstoff bevorzugst und das System feuchtetechnisch passt.
Worauf du achten solltest: Kosten sind häufig höher. Zusätzlich solltest du die Anforderungen an Brandschutz und Schädlingsschutz im jeweiligen Produkt prüfen (je nach Ausrüstung und Einbausituation).
PUR/PIR, EPS/XPS: Warum sie in Zwischendecken selten erste Wahl sind
Hartschaumplatten dämmen thermisch sehr gut bei geringer Dicke. In Zwischendecken ist aber oft Schallschutz das Hauptziel – und da sind faserige Dämmstoffe meistens überlegen. Außerdem spielt Brandverhalten je nach Aufbau eine größere Rolle.
Wann es trotzdem sinnvoll sein kann: Wenn du extrem wenig Aufbauhöhe für Wärmeschutz hast und der Schallschutz nicht das Hauptthema ist, etwa bei Decken zu kalten Nebenräumen. Oder in Kombination mit anderen Schichten, wenn das System so geplant ist.
Typische Grenzen: Luftschallabsorption in Hohlräumen ist schwächer als bei faserigen Materialien. Bei falscher Anwendung entstehen schnell „harte“ Schallbrücken.
Wenn-dann-Logik: So triffst du die Materialwahl ohne Rätselraten
Wenn du Stimmen und Musik durchhörst, ist fast immer eine Kombination aus Gefachdämmung (faserig, lückenlos) und einer dichten, möglichst entkoppelten Bekleidung wirksam. Mineralwolle, Holzfaser oder Zellulose sind hier die üblichen Favoriten. Wenn die Unterdecke direkt an Balken geschraubt ist, bringt eine entkoppelte Montage (z. B. Abhänger/Schienen) oft den spürbaren Unterschied.
Wenn dich vor allem Schritte nerven, schau zuerst auf den Boden oben: Schwimmender Aufbau, Trittschalldämmung, Randdämmstreifen, keine starren Durchdringungen. Eine Gefachdämmung ist dann ein guter Zusatz, aber selten der Haupthebel.
Wenn der Boden kalt ist (z. B. unter einem unbeheizten Dachraum), zählt Wärmeschutz. Dann sind Dämmstoffe mit guter Wärmeleitfähigkeit wichtig; faserige Dämmung im Gefach ist meist sinnvoll. Gleichzeitig musst du Luftdichtheit und Feuchte im Blick behalten, damit warme Raumluft nicht in kalte Zonen gelangt.
Wenn Brandschutz im Vordergrund steht, landen viele Aufbauten bei nicht brennbaren Dämmstoffen und passenden Beplankungen. Dann wird Materialwahl schnell zu „Systemwahl“: Dämmstoff, Platten, Befestigung, Fugen, Durchdringungen – alles muss zusammenpassen.
Die häufigsten Denkfehler – und warum sie so oft zu mittelmäßigen Ergebnissen führen
„Ich fülle einfach den Hohlraum, dann ist Ruhe.“ Das klappt beim Luftschall oft teilweise, beim Trittschall selten. Ohne Entkopplung überträgt sich Körperschall weiter über Balken, Dielen und Wände.
„Mehr Dämmstoffdicke löst jedes Problem.“ Mehr hilft nur, wenn der restliche Aufbau nicht der Flaschenhals ist. Eine kleine Fuge, eine undichte Steckdosenöffnung oder eine starre Verbindung kann die Wirkung deutlich reduzieren.
„Schwere Schüttung ist immer besser.“ Masse ist gut, aber Gewicht ist eine echte Grenze. Außerdem: Masse ohne Entkopplung kann Trittschall sogar „schöner“ in den Baukörper einleiten, wenn harte Kontaktstellen bleiben.
„Ein bisschen Trittschalldämmung unter Laminat reicht.“ Viele dünne Unterlagen verbessern vor allem das Gehgefühl und reduzieren eher den Schall im selben Raum. Für den Schallschutz nach unten ist ein systematischer, entkoppelter Aufbau wichtiger.
Eine praxistaugliche Abfolge, mit der du die richtige Lösung findest
Wenn du nicht auf Verdacht Material kaufen willst, geh in dieser Reihenfolge vor:
- Symptom einordnen: Hörst du Stimmen (Luftschall) oder spürst du Schritte (Trittschall)?
- Deckenaufbau prüfen: Holz oder Beton? Gibt es einen Hohlraum? Gibt es oben einen schwimmenden Aufbau oder starre Dielen?
- Schwachstellen suchen: Fugen, Durchdringungen (Rohre, Kabel), Risse, lose Bretter, direkte Verschraubungen ohne Entkopplung.
- System wählen: Faserige Gefachdämmung für Hohlräume + dichte/entkoppelte Schicht gegen Luftschall; entkoppelter Bodenaufbau gegen Trittschall.
- Details sauber lösen: Randanschlüsse entkoppeln, Hohlräume voll füllen, Luftdichtheit herstellen, keine harten „Brücken“ einbauen.
Wenn du nach Schritt zwei merkst, dass Gewicht, Brandschutz oder Feuchte knifflig werden, ist das der Punkt, an dem Planung und Materialdaten wichtiger werden als Bauchgefühl.
Praxisbeispiele aus dem Alltag
Praxisbeispiel 1: Altbau mit Holzbalkendecke, unten Wohnzimmer, oben Kinderzimmer. Das Hauptproblem sind Stimmen und Spielgeräusche, weniger das Poltern. Hier wirkt eine lückenlose Gefachdämmung mit Mineralwolle oder Zellulose bereits deutlich, kombiniert mit einer Unterdecke, die nicht starr an die Balken gekoppelt ist. Die größten Fortschritte kommen oft, sobald Fugen und Durchdringungen sauber dicht sind.
Praxisbeispiel 2: Betondecke in einem Reihenhaus, oben Flur mit hartem Boden, unten Schlafzimmer. Du hörst jeden Schritt wie ein „Trommeln“. In so einem Fall bringt eine Abhangdecke mit Dämmstoff zwar etwas, der spürbare Hebel sitzt aber oben: ein entkoppelter Bodenaufbau mit geeigneter Trittschalldämmung und sauberem Randabschluss. Wenn oben keine großen Umbauten möglich sind, ist die Unterdecke die zweitbeste Stellschraube.
Praxisbeispiel 3: Decke zum unbeheizten Dachboden, darunter Arbeitszimmer, im Winter ist der Boden unangenehm kühl. Hier zählt Wärmeschutz: Gefachdämmung (Mineralwolle, Holzfaser oder Zellulose) in ausreichender Dicke ist meist die beste Basis. Gleichzeitig lohnt es sich, Luftundichtheiten an der Decke zu schließen, weil Zugluft und konvektive Wärmeverluste die Dämmwirkung sonst „überholen“.
Feuchte, Luftdichtheit und Anschlüsse: Der unterschätzte Teil der Dämmung
Eine Zwischendecke ist nicht nur ein „Fach für Dämmstoff“. Sie ist ein System aus Schichten, Fugen und Übergängen. Besonders bei Holzbalkendecken entscheiden Details darüber, ob die Dämmung dauerhaft funktioniert.
Luftdichtheit ist beim Wärmeschutz wichtig, weil warme Innenluft sonst in kältere Bereiche strömt. Das führt nicht nur zu Wärmeverlusten, sondern kann je nach Situation auch Feuchteprobleme begünstigen. Gleichzeitig ist Luftdichtheit auch akustisch relevant: Luftschall findet jede Leckage.
Durchdringungen (Kabel, Rohre, Einbaustrahler, Revisionsklappen) sind häufig die „heimlichen Lautsprecher“. Wenn du dort nicht sauber arbeitest, klingt selbst eine hochwertige Dämmung am Ende enttäuschend.
Randanschlüsse entscheiden über Entkopplung. Ein schwimmender Aufbau, der seitlich an die Wand gepresst wird, kann seine Wirkung teilweise verlieren. Ein Randdämmstreifen, der später nicht abgeschnitten oder durch Sockelleisten wieder „festgeklemmt“ wird, ist mehr als nur ein Detail.
Welche Kombinationen sich in der Praxis bewähren
In vielen Fällen sind diese Kombinationen besonders stimmig:
Guter Allrounder für Holzbalkendecken: Faserige Gefachdämmung (Mineralwolle, Zellulose oder Holzfaser) plus eine dichte, möglichst entkoppelte Unterdecke. Damit bekommst du Luftschall häufig sehr gut in den Griff, und Wärmeschutz verbessert sich automatisch.
Wenn Trittschall im Fokus steht: Entkoppelter Bodenaufbau oben (Trittschalldämmung + schwimmende Schicht wie Trockenestrich/Estrich) und zusätzlich Gefachdämmung gegen Luftschall. Ohne den oberen Aufbau bleibt Trittschall meist das „Restproblem“.
Altbau mit vorhandener Schüttung: Erst prüfen, was da ist, und ob es funktional noch gut ist. Manchmal ist es sinnvoller, Masse zu erhalten und gezielt zu ergänzen (z. B. lückenlose Gefachdämmung, Unterdecke entkoppeln), statt alles auszuräumen und am Ende eine leichtere, akustisch schlechtere Decke zu bauen.
Fragen & Antworten aus der Praxis
Welches Material dämmt in Zwischendecken am besten gegen Schall?
Gegen Luftschall sind faserige Dämmstoffe wie Mineralwolle, Holzfaser oder Zellulose im Hohlraum sehr wirksam, wenn sie lückenlos eingebaut werden. Für richtig guten Schallschutz braucht es meist zusätzlich dichte und entkoppelte Schichten, zum Beispiel eine abgehängte, mehrlagig beplankte Decke. Gegen Trittschall ist die Entkopplung im Bodenaufbau entscheidend.
Was ist besser: Glaswolle oder Steinwolle in der Holzbalkendecke?
Beide funktionieren als Gefachdämmung gut, wenn sie zur Konstruktion passen und sauber eingebaut werden. Steinwolle wird häufig gewählt, wenn Brandschutz eine größere Rolle spielt oder eine etwas „robustere“ Dämmung gewünscht ist. Akustisch entscheidet am Ende oft mehr der Gesamtaufbau (Dichtheit, Entkopplung, Masse) als die Frage Glas- versus Steinwolle.
Hilft eine Schüttung wirklich gegen Trittschall?
Eine Schüttung kann durch zusätzliche Masse und das Füllen von Hohlräumen helfen, besonders bei tieferen Frequenzen. Allein ist sie aber selten die Lösung gegen Schritte, weil Trittschall vor allem über starre Kontakte in die Konstruktion eingeleitet wird. Am stärksten wirkt eine Schüttung als Teil eines Systems mit entkoppeltem Bodenaufbau.
Kann ich einfach den Hohlraum mit Dämmstoff vollstopfen?
Vollflächig füllen ist gut, „stopfen“ im Sinne von starkem Pressen ist es oft nicht. Wichtig ist, dass keine Hohlräume bleiben und der Dämmstoff überall anliegt, ohne harte Schallbrücken zu erzeugen. Wenn du beim Einbau das Gefühl hast, du musst Gewalt anwenden, passt Dicke oder Zuschnitt meist nicht.
Welche Dämmung ist am besten, wenn es auch im Sommer oben heiß wird?
Für sommerlichen Hitzeschutz sind Materialien mit höherer Wärmespeicherfähigkeit oft im Vorteil, zum Beispiel Holzfaser oder Zellulose. Entscheidend ist aber auch die gesamte Konstruktion: Dichtheit, ausreichend Masse und sinnvolle Lüftungsstrategie im Dachbereich spielen mit rein. Wenn die Zwischendecke zu einem sehr warmen Dachraum grenzt, lohnt sich die Betrachtung des gesamten Dachaufbaus.
Wie vermeide ich Feuchteprobleme in der Zwischendecke?
Die größte Stellschraube ist Luftdichtheit auf der warmen Seite, damit keine feuchte Innenluft in kältere Schichten strömt. Zusätzlich sollten Materialien und Folien so gewählt werden, dass sie zum Feuchteverlauf der Konstruktion passen. In Räumen mit viel Feuchte (Bad, Küche) sind saubere Anschlüsse und Durchdringungen besonders wichtig.
Was kostet die Dämmung einer Zwischendecke typischerweise?
Das hängt stark von Aufbau, Zugänglichkeit und ob zusätzlich entkoppelt/abgehängt wird ab. Reine Gefachdämmung ist meist deutlich günstiger als ein kompletter Bodenaufbau mit Trockenestrich oder ein aufwendiger Schallschutz-Trockenbau. Wenn du Angebote vergleichst, achte darauf, ob Luftdichtheit, Randanschlüsse und Durchdringungen wirklich enthalten sind.
Wie lange dauert so ein Projekt in der Praxis?
Eine Gefachdämmung in einer gut zugänglichen Holzbalkendecke kann – je nach Raumgröße und Vorarbeiten – in ein bis wenigen Tagen machbar sein. Ein Bodenaufbau mit Entkopplung, Trockenestrich und neuem Belag braucht oft länger, weil mehrere Gewerke oder Trocknungszeiten (bei Nassestrich) dazukommen. Am meisten Zeit geht häufig in Rückbau, Nivellierung und saubere Details.
Bringt eine abgehängte Decke wirklich etwas?
Ja, vor allem gegen Luftschall, wenn sie entkoppelt ausgeführt und sinnvoll beplankt ist. In Kombination mit Dämmstoff im Hohlraum wird die Wirkung meist deutlich besser als nur „eine Lage Platte direkt an die Balken“. Gegen Trittschall hilft sie ebenfalls etwas, ersetzt aber selten die Entkopplung oben.
Welche Alternative habe ich, wenn ich den Boden oben nicht öffnen kann?
Dann ist die Unterseite oft der realistische Ansatz: abgehängte, entkoppelte Decke mit Dämmung, plus konsequente Abdichtung von Fugen und Durchdringungen. Zusätzlich können kleinere Maßnahmen oben helfen, etwa Teppiche, Filzgleiter und das Vermeiden harter Direktkontakte. Für starken Trittschall sind das zwar keine Wunderwaffen, aber sie senken die Spitzen deutlich.
Fazit
Für die Dämmung von Zwischendecken sind Mineralwolle, Zellulose und Holzfaser die meist besten Materialien, weil sie Hohlräume gut füllen und Luftschall wirksam dämpfen. Wenn dich Schritte stören, entscheidet jedoch vor allem die Entkopplung im Bodenaufbau – Dämmstoff im Gefach ist dann nur ein Teil der Lösung. Je sauberer Anschlüsse, Dichtheit und Entkopplung ausgeführt sind, desto eher fühlt sich das Ergebnis nach „endlich Ruhe“ an.