Wie groß sollte ein Flur sein, damit er auch mit Schränken nicht zu eng wirkt?

Lesedauer: 14 Min
Aktualisiert: 25. Februar 2026 06:30

Damit ein Flur auch mit Schränken nicht zu eng wirkt, brauchst du vor allem eines: genug freie Laufbreite. Als Faustregel fühlen sich die meisten Flure ab etwa 110–120 cm freier Breite angenehm an; mit Schränken sollte nach Abzug der Schranktiefe idealerweise noch rund 90–110 cm nutzbarer Durchgang übrig bleiben.

Entscheidend ist nicht nur die Gesamtbreite des Flurs, sondern die Kombination aus Schranktiefe, Türschwenkbereichen, Licht und dem, was täglich im Flur passiert: Jacken anziehen, Taschen abstellen, Kinderwagen rangieren, zu zweit aneinander vorbeigehen. Wenn du diese „Bewegungsaufgaben“ mitplanst, wirkt der Flur fast automatisch großzügiger.

Was „zu eng“ im Flur eigentlich bedeutet (und warum Zentimeter hier mehr zählen als im Wohnzimmer)

Ein Flur kann auf dem Grundriss ausreichend breit wirken und sich in der Realität trotzdem beengt anfühlen. Das liegt daran, dass der Flur selten „leer“ bleibt: Garderobe, Schuhschrank, Spiegel, Kommode, ein paar Körbe, vielleicht ein Schirmständer – und schon wird aus der geplanten Breite ein enger Schlauch.

„Zu eng“ ist dabei weniger ein optisches Problem als ein Nutzungsproblem. Typische Engpass-Situationen sind: Du willst die Jacke aus dem Schrank nehmen und gleichzeitig kommt jemand zur Haustür rein. Oder eine Tür schlägt in den Laufweg, während du eine Tasche trägst. Oder der Staubsauger muss um die Ecke, ohne dass du jedes Mal Möbel verrücken willst. Sobald du im Flur regelmäßig seitlich ausweichen, dich drehen oder „durchquetschen“ musst, fehlt freie Bewegungsfläche.

Merke dir daher ein einfaches Prinzip: Die entscheidende Größe ist der freie Durchgang nach Möbeln, nicht die Rohbaubreite. Ein Flur mit 140 cm Rohbaubreite kann eng sein, wenn auf beiden Seiten 35–40 cm tiefe Möbel stehen. Umgekehrt kann ein 115 cm breiter Flur gut funktionieren, wenn die Möbel flach sind und Türen klug geplant wurden.

Die wichtigste Zahl: Welche freie Laufbreite du nach den Schränken anstreben solltest

Wenn du nur eine Zahl mitnehmen willst, dann diese: Plane die freie Laufbreite im Alltag. Also den Bereich, der wirklich übrig bleibt, wenn Schränke, Garderobenpaneele oder Kommoden montiert sind.

Als praxistaugliche Orientierung (ohne Anspruch auf Norm-Perfektion, denn Häuser und Familien sind verschieden):

  • 80–90 cm freie Laufbreite: funktioniert, wirkt aber schnell schlauchig; für reine Durchgangsflure ohne viel Garderobenaktion noch okay.
  • 90–110 cm freie Laufbreite: im Alltag angenehm; man kann ausweichen, Taschen tragen, auch zu zweit vorbeigehen, ohne ständig anzuhalten.
  • 110–130 cm freie Laufbreite: fühlt sich deutlich großzügig an; gut, wenn viel los ist (Kinder, Hund, Besuch) oder wenn Türen in den Flur aufgehen.
  • ab ca. 130–150 cm freie Laufbreite: sehr komfortabel; Platz für Sitzbank, offenes Anziehen und kurz „parken“, ohne dass der Fluss blockiert.

Wichtig: Diese Werte beziehen sich auf die freie Breite. Wenn du also einen Schrank mit 35 cm Tiefe stellst, muss der Flur insgesamt entsprechend breiter sein.

Schranktiefe richtig wählen: Warum 35 cm oft besser sind als 60 cm

Viele planen den Flur mit „echten“ Kleiderschränken, also 55–60 cm Tiefe. Das ist logisch, weil normale Kleiderbügel und Jacken sich so am bequemsten unterbringen lassen. Im Flur ist diese Tiefe aber häufig der Punkt, an dem es plötzlich eng wirkt.

Darum lohnt es sich, zuerst zu klären, was genau im Flur in den Schrank soll:

Wenn vor allem Schuhe, Mützen, Schals, Taschen, Putzkram oder selten genutzte Jacken rein sollen, sind 20–35 cm Tiefe oft völlig ausreichend. Diese flachen Lösungen lassen den Flur spürbar größer wirken, weil sie die Laufzone nicht „anbeißen“.

Wenn wirklich viele Jacken auf Bügeln hängen sollen, kann 50–60 cm Tiefe sinnvoll sein – dann brauchst du aber entweder mehr Flurbreite oder du planst die Schrankfront in eine Nische, einen Versprung oder in einen Einbauschrank, der nicht zusätzlich in den Laufweg ragt.

Ein typischer Trick, der in der Praxis sehr gut funktioniert: Kombination aus flacher Schuh-/Stauraumzone (25–35 cm) plus einer klar definierten, etwas tieferen Garderobenzone (50–60 cm) an einer Stelle, wo der Flur ohnehin breiter ist (z. B. am Eingang oder in einer kleinen Aufweitung).

Rechnen statt raten: So ermittelst du die nötige Flurbreite mit Schränken

Du kannst die nötige Flurbreite erstaunlich einfach abschätzen, wenn du in drei Schritten denkst: Möbel tiefe, freie Laufbreite, plus „Störfaktoren“ wie Türschwenk und Griffe.

Eine alltagstaugliche Vorgehensweise:

  • 1) Schranktiefe festlegen: z. B. 35 cm für flache Garderobe oder 60 cm für Bügelschrank.
  • 2) Ziel-Durchgang festlegen: z. B. 100 cm als angenehm.
  • 3) Sicherheitszuschlag addieren: 5–10 cm für Griffe, Sockelüberstand, Fußleisten, leichtes Schiefstellen oder Wandunebenheiten.

Beispielrechnung: 35 cm Schranktiefe + 100 cm Durchgang + 5 cm Zuschlag = 140 cm Flurbreite als sehr solide Planung. Bei einem 60 cm tiefen Schrank wären es schon 165–170 cm – und da wird klar, warum „normale“ Schranktiefe im Flur schnell teuer wird, wenn die Architektur nicht mitspielt.

Noch ein Punkt: Stehen Möbel auf beiden Seiten, addierst du beide Tiefen. Zwei mal 30 cm plus 100 cm Durchgang sind bereits 160 cm. Das ist der Moment, in dem viele Grundrisse kippen: Man plant links Schuhschrank, rechts Kommode, und plötzlich bleibt kaum Bewegungsraum.

Türen, Türschwenk und Engstellen: Der heimliche Flur-Killer

Die engste Stelle bestimmt das Gefühl. Oft ist das nicht die lange Flurstrecke, sondern der Bereich an Türen: Wohnungstür, Bad, Abstellkammer, Kinderzimmer. Wenn eine Tür in den Flur aufschlägt, „frisst“ sie beim Öffnen nicht nur Platz, sie blockiert auch die Bewegungsrichtung – und das fühlt sich sofort enger an, selbst wenn die Zentimeter objektiv reichen.

Wenn du merkst, dass die Türzone dein Problem ist, helfen drei Denkansätze:

Wenn Türen den Laufweg kreuzen, dann plane Möbel nicht direkt gegenüber der Tür. Eine Kommode gegenüber einer aufschlagenden Tür erzeugt ein Nadelöhr, das du jeden Tag spürst.

Wenn mehrere Türen nah beieinander liegen, dann halte diese Zone bewusst „möbelfrei“ oder nutze nur sehr flache Lösungen (z. B. Hakenleiste statt Schrank). Das ist eine dieser Stellen, an denen weniger Möbel am Ende mehr Stauraumgefühl bringt, weil du den Flur überhaupt erst stressfrei nutzen kannst.

Wenn du die Möglichkeit hast, sind Schiebetüren oder Türen, die in den Raum statt in den Flur öffnen, oft die eleganteste Entschärfung. Das ist natürlich ein größerer Eingriff, aber manchmal die beste Investition, weil sie den Flur wieder flüssig macht.

Schrankfronten und Öffnungsart: Warum die Tür mehr Platz kostet als der Schrank

Selbst wenn die Laufbreite auf dem Papier stimmt, kann der Flur „zu eng“ wirken, weil du beim Benutzen des Schranks automatisch in den Durchgang trittst. Drehtüren sind hier der Klassiker: Du öffnest, trittst zurück, räumst ein, bückst dich – und blockierst den Flur.

Je nach Alltag kann das die entscheidende Stellschraube sein:

  • Schiebetüren sparen Schwenkraum und sind im Flur oft Gold wert, weil niemand ausweichen muss, wenn die Türen offen stehen.
  • Falttüren brauchen weniger Schwenkraum als klassische Drehtüren, sind aber mechanisch etwas komplexer und mögen keine übervollen Schränke, die sich gegen die Tür drücken.
  • Offene Garderoben wirken luftiger, aber sie verzeihen kein Chaos. Wenn du „visuelle Ruhe“ willst, brauchst du entweder perfekte Ordnung oder eine klare Zonierung (z. B. nur eine offene Zone für täglich genutzte Jacken).

Ein unterschätztes Detail: Griffe. Griffe, die 2–4 cm auftragen, sind in einem schmalen Flur plötzlich echte „Haken“. Grifflos oder mit eingelassenen Griffmulden wirkt nicht nur moderner, sondern hilft auch, dass man nicht ständig hängen bleibt.

Optik, Licht und Proportionen: So wirkt ein Flur größer, selbst wenn er es nicht ist

„Nicht zu eng wirken“ ist nicht nur Geometrie, sondern auch Wahrnehmung. Ein Flur kann ausreichend Platz bieten und trotzdem gedrungen wirken, wenn er dunkel ist oder die Möbel massig erscheinen. Umgekehrt kann ein eher schmaler Flur erstaunlich großzügig wirken, wenn du die Blickführung und die Flächen ruhig hältst.

Was in der Praxis fast immer hilft:

Helle, gleichmäßige Beleuchtung statt einer einzelnen Funzel in der Mitte. Mehrere Lichtpunkte oder eine durchgehende, gleichmäßige Ausleuchtung reduziert harte Schatten, die den Flur optisch „zusammenschieben“.

Spiegel gezielt setzen: Ein Spiegel an einer Wand, die nicht schon vollgestellt ist, erweitert den Raum optisch. Wichtig ist, dass er nicht nur Chaos spiegelt. Gegenüber einer aufgeräumten Wand oder neben der Garderobe funktioniert das besonders gut.

Ruhige Fronten: Glatte Schrankfronten ohne starke Unterteilungen wirken flächiger und damit oft „leichter“. Viele kleine Schubladenfronten und offene Regalfächer wirken schnell unruhig – und Unruhe wirkt eng.

Unterkante frei lassen: Möbel mit etwas Bodenfreiheit (z. B. 8–12 cm) lassen mehr Boden sichtbar. Mehr sichtbarer Boden suggeriert Raum. Das ist ein kleiner Kniff mit erstaunlicher Wirkung.

Kontrast mit Maß: Ein zu dunkler, durchgehender Schrankblock kann wie eine Wand wirken. Besser ist häufig eine helle Front oder ein Mix: helle Hauptflächen, einzelne Akzente.

Stauraum ohne Schlauchgefühl: Welche Möbellösungen im Flur am besten funktionieren

Wenn du Stauraum brauchst, aber die Flurbreite knapp ist, kommt es auf „flache Effizienz“ an. Viele Flure werden eng, weil Möbel aus Gewohnheit gewählt werden, nicht nach Flur-Logik.

Bewährte Lösungen:

  • Schuhschrank mit 18–28 cm Tiefe (Kippfächer oder sehr flache Regale): nimmt wenig Raum, bringt aber Ordnung.
  • Garderobenpaneel + geschlossene Boxen: Jacken an Haken brauchen weniger Tiefe als Jacken auf Bügeln im Schrank, wenn die Nutzung passt.
  • Hochschrank statt breiter Kommode: Höhe nutzen, damit die Grundfläche frei bleibt. Das wirkt im Flur oft luftiger als ein langer, niedriger Möbelzug.
  • Sitzbank mit Stauraum: sinnvoll, wenn du genügend freie Breite hast. In sehr schmalen Fluren ist eine Bank oft der Punkt, an dem man ständig aneckt.
  • Einbauten in Nischen: Wenn der Grundriss Versprünge hat, ist das die perfekte „Parkfläche“ für Tiefe, ohne den Laufweg zu belasten.

Wenn du dich zwischen „mehr Stauraum“ und „mehr Bewegungsraum“ entscheiden musst, lohnt ein ehrlicher Blick auf die Nutzung: Ein Flur ist ein Verkehrsraum. Wenn er sich nervig anfühlt, wird er zum täglichen Reibungspunkt. Ein etwas kleinerer Schrank, der gut funktioniert, gewinnt oft gegen den großen Schrank, der jeden Tag im Weg steht.

Typische Denkfehler, die Flure unnötig eng machen

Viele Engpässe entstehen nicht, weil ein Flur objektiv zu klein ist, sondern weil man ihn wie ein „Abstellraum mit Durchgang“ behandelt. Das rächt sich schnell.

Das passiert oft, weil …

… die Schranktiefe aus dem Schlafzimmer übernommen wird. Im Schlafzimmer ist 60 cm Standard. Im Flur ist 60 cm nur dann entspannt, wenn der Flur ohnehin sehr breit ist oder der Schrank in einer Nische sitzt.

… auf beiden Seiten Möbel stehen sollen. Zwei Seiten wirken ordentlich, aber sie halbieren die Laufzone. In vielen Grundrissen ist eine Möbelseite plus eine „ruhige“ Wand die bessere Entscheidung.

… Türbereiche nicht mitgeplant werden. Der schönste Schrank bringt wenig, wenn du beim Öffnen der Haustür sofort am Möbel hängen bleibst oder wenn Bad- und Kinderzimmertür sich gegenseitig blockieren.

… offene Lösungen unterschätzt werden. Offene Haken und Ablagen sind platzsparend, wirken aber bei viel Kleinkram schnell unaufgeräumt. Das wiederum fühlt sich eng an, weil dein Blick nirgends „ruhen“ kann.

Wenn du dich hier wiedererkennst: Erst die Engstelle identifizieren, dann gezielt entschärfen. Häufig reicht eine einzige Korrektur (Schrank flacher, Türen anders, Zone freier), und der Flur wirkt wie ausgewechselt.

Praxisnahe Schrittfolge: So findest du in 20 Minuten heraus, welche Maße bei dir funktionieren

Du musst nicht sofort mit Zollstock und Tabellen in den Planungsmodus abtauchen. Oft reicht ein kurzer Realitäts-Check vor Ort, um die passende Breite und Möbeltiefe zu treffen:

  • Schritt 1: Markiere mit Malerkrepp an der Wand die geplante Schranktiefe (z. B. 30 cm oder 60 cm).
  • Schritt 2: Stelle dich in den Flur und simuliere Alltag: Jacke anziehen, Tasche absetzen, umdrehen, zu zweit aneinander vorbei.
  • Schritt 3: Öffne alle relevanten Türen (Wohnungstür, Bad, Abstellraum) und prüfe, wo es knallt oder blockiert.
  • Schritt 4: Miss die verbleibende freie Breite zwischen Krepp-Markierung und gegenüberliegender Wand/Möbelkante.
  • Schritt 5: Wenn es sich knapp anfühlt, reduziere zuerst die Möbeltiefe oder verlagere Möbel in eine andere Zone, bevor du an „größere Umbauten“ denkst.

Wenn du dabei merkst, dass du ständig seitlich gehen oder dich verdrehen musst, ist das ein klares Signal. Dann ist nicht „noch ein Regal“ die Lösung, sondern weniger Tiefe oder eine andere Aufteilung.

Praxisbeispiele: So wirkt der Flur trotz Schrank nicht eng

Praxisbeispiel 1: Altbauwohnung, Flurbreite ca. 120 cm, Wunsch: viel Stauraum. Ein 60 cm tiefer Schrank hätte nur 60 cm Durchgang gelassen – fühlt sich an wie U-Bahn zur Rushhour. Die Lösung war ein 25 cm tiefer Schuhschrank plus Hakenleiste und ein hoher, schmaler Putzschrank am Flurende. Ergebnis: mehr Ordnung, und der Flur bleibt begehbar, selbst wenn jemand Schuhe anzieht.

Praxisbeispiel 2: Neubau, Flurbreite ca. 150 cm, mehrere Türen gehen in den Flur auf. Ein tiefer Garderobenschrank war möglich, aber die Türschwenks hätten ständig blockiert. Gelöst wurde es mit einem Einbauschrank mit Schiebetüren auf einer Seite und einer bewusst freien Gegenwand mit Spiegel. Das fühlt sich im Alltag deutlich flüssiger an, weil kein Türblatt in den Laufweg ragt.

Praxisbeispiel 3: Reihenhaus, Eingangsbereich mit kleiner Aufweitung, dahinter ein schmalerer Flur. Der Fehler wäre gewesen, die gesamte Strecke mit Möbeln zu „möblieren“. Stattdessen sitzt die tiefe Garderobe (für Bügeljacken) nur in der Aufweitung, und im schmalen Abschnitt gibt es flache, geschlossene Stauraumelemente. Dadurch bleibt die Engstelle frei, und der Flur wirkt insgesamt ruhiger.

Fragen & Antworten rund um Flurbreite, Schranktiefe und ein großzügiges Gefühl

Welche Flurbreite ist ideal, wenn ich einen Schrank stellen will?

Ideal ist eine Flurbreite, die nach dem Schrank noch etwa 90–110 cm freie Laufbreite übrig lässt. Damit wirkt der Flur nicht nur „okay“, sondern im Alltag wirklich angenehm. Bei sehr flachen Möbeln kann auch weniger funktionieren, es wird dann aber schneller eng.

Reichen 100 cm Flurbreite, wenn ich eine Garderobe möchte?

Mit 100 cm Gesamtbreite wird es mit klassischen Schränken schwierig, weil du nach Abzug der Tiefe kaum Durchgang behältst. Möglich sind sehr flache Schuhschränke, Hakenleisten oder schlanke Lösungen, die nicht tief in den Raum ragen. Wenn zusätzlich Türen in den Flur aufgehen, wird jede zusätzliche Tiefe sofort spürbar.

Wie tief sollte ein Schuhschrank im Flur sein?

Für schmale Flure sind 18–28 cm Tiefe häufig ideal, weil du spürbar Ordnung bekommst, ohne den Laufweg zu opfern. Wenn du mehr Komfort beim Einräumen willst, sind 30–35 cm ein guter Kompromiss. Tiefer lohnt sich meist nur, wenn der Flur ohnehin breit ist.

Warum wirkt mein Flur trotz ausreichender Breite eng?

Oft liegt es an dunklem Licht, unruhigen Fronten oder daran, dass die engste Stelle durch Türen oder Möbelkanten bestimmt wird. Auch ein „voller Blick“ (viele offene Ablagen, sichtbare Schuhe, Taschen) kann den Flur optisch zusammendrücken. Ruhe in den Flächen und bessere Ausleuchtung bringen oft mehr als zusätzliche Zentimeter.

Sind Schiebetüren bei Flurschränken wirklich sinnvoll?

Ja, weil sie keinen Schwenkraum brauchen und offene Türen nicht in den Durchgang ragen. Das ist besonders hilfreich, wenn der Flur regelmäßig gleichzeitig genutzt wird. Du musst aber darauf achten, dass du mit Schiebetüren immer nur einen Teil des Schranks gleichzeitig öffnen kannst.

Was ist besser: Schrank nur auf einer Seite oder beidseitig Möbel?

In vielen Fluren ist eine möblierte Seite plus eine ruhige Gegenseite die angenehmere Lösung, weil der Durchgang großzügiger wirkt. Beidseitige Möbel funktionieren gut, wenn der Flur wirklich breit ist oder die Möbel sehr flach sind. Entscheidend ist, ob du dich noch entspannt drehen und aneinander vorbeigehen kannst.

Wie plane ich den Bereich direkt an der Wohnungstür?

Halte den Eingangsbereich möglichst frei von sperrigen Möbeln, damit du mit Taschen, Einkauf oder Kinderwagen „landen“ kannst. Eine flache Ablage, Haken oder ein schmaler Schuhschrank sind hier oft besser als eine tiefe Kommode. Wenn die Tür nach innen aufschlägt, zählt jeder Zentimeter doppelt.

Welche Rolle spielt ein Spiegel im Flur?

Ein Spiegel kann den Flur deutlich größer wirken lassen, weil er Tiefe suggeriert und Licht verteilt. Am besten funktioniert er, wenn er nicht das Chaos der Garderobe spiegelt. In Kombination mit guter Beleuchtung ist das einer der einfachsten Hebel für mehr Weite.

Was kostet es, einen zu engen Flur „zu retten“, ohne umzubauen?

Oft reichen schon kleinere Maßnahmen: flachere Möbel, andere Fronten, bessere Beleuchtung und eine klare Zonierung. Das bewegt sich je nach Möbeln und Leuchten von überschaubaren Beträgen bis zu mittleren Investitionen. Teurer wird es, wenn Türen versetzt oder Einbauten maßgefertigt werden müssen.

Wie lange dauert es, den Flur sinnvoll umzuplanen?

Die Planung selbst kann in wenigen Stunden stehen, wenn du Maße, Türbereiche und Nutzungsabläufe sauber aufnimmst. Die Umsetzung hängt vom Umfang ab: Möbeltausch ist schnell erledigt, Einbauten und Türänderungen brauchen deutlich mehr Zeit. Am meisten Zeit spart, wer zuerst die Engstelle identifiziert und dort ansetzt.

Welche Alternative gibt es, wenn ein Schrank einfach nicht passt?

Dann sind flache, geschlossene Stauraumlösungen und vertikale Aufbewahrung oft die beste Alternative: Haken, hohe schmale Schränke, Wandmodule oder Stauraum in angrenzenden Räumen. Auch eine konsequente „Saisonlösung“ (nur aktuelle Jacken im Flur) entlastet enorm. Ziel ist, den Durchgang frei zu halten, damit der Flur wieder als Verkehrsraum funktioniert.

Fazit

Ein Flur wirkt mit Schränken dann nicht zu eng, wenn nach den Möbeln genug freie Laufbreite bleibt und Türbereiche nicht zum Nadelöhr werden. Meist ist eine moderate Möbeltiefe (oft 20–35 cm) der größte Hebel, weil sie Bewegungsraum zurückgibt, ohne dass du auf Ordnung verzichten musst. Wenn du Breite, Türschwenk, Fronten und Licht gemeinsam planst, fühlt sich selbst ein kleiner Flur überraschend entspannt an.

Checkliste
  • 80–90 cm freie Laufbreite: funktioniert, wirkt aber schnell schlauchig; für reine Durchgangsflure ohne viel Garderobenaktion noch okay.
  • 90–110 cm freie Laufbreite: im Alltag angenehm; man kann ausweichen, Taschen tragen, auch zu zweit vorbeigehen, ohne ständig anzuhalten.
  • 110–130 cm freie Laufbreite: fühlt sich deutlich großzügig an; gut, wenn viel los ist (Kinder, Hund, Besuch) oder wenn Türen in den Flur aufgehen.
  • ab ca. 130–150 cm freie Laufbreite: sehr komfortabel; Platz für Sitzbank, offenes Anziehen und kurz „parken“, ohne dass der Fluss blockiert.

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