Welche Dachentwässerungssysteme sind besonders effizient? So bleibt dein Haus trocken und wartungsarm

Lesedauer: 14 Min
Aktualisiert: 24. Februar 2026 19:42

Besonders effizient sind Dachentwässerungssysteme, die Regenwasser schnell und kontrolliert vom Dach wegführen, ohne dabei ständig zu verstopfen oder an Schwachstellen zu tropfen. In der Praxis sind das meist gut dimensionierte Dachrinnen mit passenden Fallrohren, eine saubere Notentwässerung und – je nach Gebäude – ein System, das Regenwasser sinnvoll puffert oder nutzt. Ein effizientes System merkt man daran, dass es bei Starkregen ruhig bleibt: keine Wasserfälle über die Traufe, keine nassen Fassaden, keine dauernden Reinigungsaktionen.

Effizienz heißt bei der Dachentwässerung nicht nur „viel Wasser wegschaffen“, sondern auch: wenig Folgeschäden, geringe Wartung, langlebige Materialien und ein Aufbau, der zu Dachform, Standort und Nutzung passt. Wenn du die typischen Fehlerquellen kennst (Dimensionierung, Gefälle, Übergänge, Laub, Frost), kannst du mit überschaubarem Aufwand sehr viel Ärger vermeiden.

Was „effizient“ bei Dachentwässerung wirklich bedeutet

Viele vergleichen Dachentwässerung wie ein simples Rohrsystem: Rinne dran, Fallrohr runter, fertig. In der Realität ist es eher ein Zusammenspiel aus Hydraulik (wie viel Wasser kommt wann), Bauphysik (Spritzwasser, Feuchtebelastung), Baustoffwahl (Korrosion, UV, Temperaturschwankungen) und Details (Stöße, Einläufe, Bögen, Befestigungen). Ein System ist dann effizient, wenn es unter normalen Regenereignissen und bei Starkregen kontrolliert arbeitet, Schäden minimiert und dabei möglichst wenig Pflege braucht.

Ein paar Merkmale, an denen du Effizienz schnell erkennst:

  • Stabiles Abflussverhalten: Auch bei Starkregen läuft die Rinne nicht sofort über, und Fallrohre „schlucken“ das Wasser ohne Rückstau.
  • Geringe Fassadenbelastung: Wenig Spritzwasser und keine dauerfeuchten Zonen an Putz, Holz oder Sockel.
  • Wartungsarmut: Laub und Schmutz führen nicht alle paar Wochen zu Überläufen.
  • Robuste Details: Übergänge, Stöße und Einläufe sind dicht und bleiben es trotz Temperaturwechseln.
  • Redundanz: Es gibt eine sinnvolle Notentwässerung, damit „zu viel Wasser“ nicht über die falsche Stelle läuft.

Wenn du nur einen Punkt mitnimmst: Effizienz ist fast immer das Ergebnis aus richtiger Dimensionierung plus sauberen Details. Teure Materialien können eine schlechte Planung nicht retten – und eine gute Planung kann einfache Systeme sehr leistungsfähig machen.

Die wichtigsten Systemtypen im Überblick

Damit du schneller einordnen kannst, welche Lösungen es überhaupt gibt, lohnt sich ein kurzer Überblick. In der Praxis werden Systeme oft kombiniert: klassische Rinne plus Fallrohr, dazu Regenwassernutzung, dazu Notüberlauf, dazu Laubschutz.

Typische Dachentwässerungssysteme:

  • Hängende Dachrinne (Traufrinne) mit Fallrohren: Der Standard bei geneigten Dächern; effizient, wenn Dimension und Gefälle stimmen.
  • Innenliegende Entwässerung (Gullys, innenliegende Fallrohre): Häufig bei Flachdächern; sehr leistungsfähig, aber detailkritisch.
  • Attikaentwässerung/Scupper (Speier) am Flachdach: Oft als Notentwässerung; kann auch als Hauptentwässerung funktionieren, wenn geplant.
  • Kastenrinne/innenliegende Rinne: Optisch „versteckt“, technisch anspruchsvoller; gut planbar, aber wartungsbewusst.
  • Regenwassernutzung (Zisterne/Regentonne) mit Überlauf: Erhöht nicht die Abflussleistung, verbessert aber den Umgang mit Wasser und kann Spitzen puffern.

Welche Dachentwässerungssysteme sind besonders effizient – je nach Dachtyp

Die beste Lösung hängt stärker vom Dach ab als vom Wunsch nach „Premium“. Wenn du Dachtyp, Dachfläche, lokale Regenintensität und Verschmutzung (Laub, Nadeln, Moos) zusammen denkst, kommst du fast automatisch zu einem effizienten System.

Geneigtes Dach: Klassische Dachrinne mit gut dimensionierten Fallrohren

Bei Sattel-, Walm- oder Pultdächern ist die hängende Dachrinne in den meisten Fällen die effizienteste Kombination aus Leistungsfähigkeit, Reparierbarkeit und Kosten. Der Knackpunkt ist nicht die Rinne an sich, sondern die Dimensionierung der Rinne und vor allem der Fallrohre sowie die Ausführung der Einläufe.

Typische Effizienzbremsen bei geneigten Dächern:

  • Zu wenige Fallrohre: Die Rinne kann das Wasser sammeln, aber nicht schnell genug abgeben. Ergebnis: Rückstau, Überlaufen an der falschen Stelle.
  • Schlecht platzierte Einläufe: Wenn das Wasser weite Strecken in der Rinne zurücklegen muss, steigt das Risiko für Überlauf und Schmutzablagerung.
  • Zu wenig oder falsches Gefälle: Stehendes Wasser bringt Schmutz, Algen und im Winter Eislast.
  • Unruhige Dachkante oder Tropfkante fehlt: Wasser läuft hinter die Rinne oder zieht über Kapillareffekte an die Fassade.

Effizient wird dieses Standard-System, wenn du es wie ein „Wasser-Logistiksystem“ denkst: Wasser sammeln, schnell abgeben, sicher ableiten, schadensfrei versickern oder in die Kanalisation übergeben.

Flachdach: Innenentwässerung mit Haupt- und Notentwässerung

Bei Flachdächern ist die Innenentwässerung oft die effizienteste Lösung, weil sie große Wassermengen kontrolliert abführen kann und weniger anfällig für Frost außen am Gebäude ist. Gleichzeitig ist sie detailkritisch: Der effizienteste Gully nützt wenig, wenn Anschlüsse, Abdichtung und Gefälle nicht sauber zusammenarbeiten.

Was die Effizienz bei Flachdächern ausmacht:

  • Ausreichende Anzahl an Abläufen: Nicht „ein großer Ablauf“ als Allheilmittel, sondern mehrere sinnvoll verteilt, um Wege kurz zu halten.
  • Notentwässerung als echtes Sicherheitsnetz: Ein separater Notüberlauf (z. B. über Attika-Speier), der bei Verstopfung oder Extremregen Wasser abführt, bevor es kritisch wird.
  • Gefälleführung: Wasser muss zum Ablauf finden. „Pfützen-Dauerzustand“ ist kein Komfortproblem, sondern ein Effizienz- und Haltbarkeitsthema.
  • Schmutzfang und Wartungszugang: Flachdächer sammeln gern Blätter, Kies, Moos – ohne Wartungszugang sinkt die Zuverlässigkeit.

Wenn bei Flachdächern etwas schiefgeht, sind die Folgen oft größer (Wasser auf der Abdichtung, Durchfeuchtung, Lecksuche). Deshalb ist „effizient“ hier stark mit Sicherheit durch Redundanz verknüpft.

Komplexe Dachformen: Mehrere Teilentwässerungen statt „ein System für alles“

Gauben, Kehlen, mehrere Dachflächen, versetzte Traufen: Hier entsteht Ineffizienz oft dadurch, dass Wasserströme unterschätzt werden. Eine Kehle kann in kurzer Zeit erstaunliche Mengen bündeln. Effizient ist dann eine Planung, die diese Sammelpunkte ernst nimmt: separate Rinnenabschnitte, zusätzliche Fallrohre, kurze Wege und robuste Übergänge.

Ein häufiger Trugschluss: „Das bisschen Zusatzfläche macht keinen Unterschied.“ In der Praxis ist es eher so: Genau diese Zusatzfläche speist in die ohnehin belastete Ecke, und bei Starkregen kippt das System.

Materialwahl: Was ist effizient im Sinne von langlebig und wartungsarm?

Effizienz endet nicht beim Durchfluss. Ein System, das zwar gut abführt, aber alle paar Jahre undicht wird oder korrodiert, ist auf lange Sicht teuer. Die Materialwahl hängt von Optik, Budget, Umgebung (Meeresnähe, Industrie, aggressive Luft), Dachmaterial und Handwerkerpraxis ab.

Metall (z. B. Zink, Kupfer, Aluminium, Stahl beschichtet): Oft sehr langlebig, mechanisch stabil, temperaturbeständig. Entscheidend sind korrekte Verarbeitung und verträgliche Materialkombinationen. Kontaktkorrosion ist ein Klassiker: Bestimmte Metalle „mögen“ sich nicht, wenn Wasser als Elektrolyt dazwischen wirkt.

Kunststoff (z. B. PVC): Häufig günstiger und leicht zu montieren, aber je nach Qualität empfindlicher gegen UV, Versprödung und Verformung durch Temperatur. Effizient kann Kunststoff sein, wenn die Anlage nicht dauerhaft in extremer Sonne brät, Halterabstände passen und Stöße sauber ausgeführt sind.

Innenliegende Systeme (Flachdach) aus passenden Werkstoffen: Hier zählen vor allem die Dichtheit der Anschlüsse und die Beständigkeit der Bauteile im System. Effizienz entsteht durch Zuverlässigkeit – und die ist bei Flachdächern vor allem ein Detailthema.

Laub, Nadeln, Moos: Warum Effizienz oft an Wartung und Schutzscheitern hängt

Viele Überläufe passieren nicht, weil das System „zu klein“ ist, sondern weil es teilverstopft ist. Ein halb zugestopfter Einlauf reduziert die Abflussleistung massiv. Effizient ist daher oft die Kombination aus passendem Laubschutz und klarem Wartungsrhythmus.

Wichtig ist die realistische Erwartung: Laubschutz heißt nicht „nie wieder reinigen“. Es heißt eher: Schmutz sammelt sich an einer Stelle, die du leichter kontrollieren kannst, und Einläufe bleiben länger frei.

Typische Varianten:

  • Rinnenabdeckungen/Gitter: Halten grobes Laub ab, können aber feines Material durchlassen und selbst zur Sammelstelle werden.
  • Laubfangkörbe am Einlauf: Sehr wirksam gegen Verstopfung am kritischen Punkt, müssen aber zugänglich sein.
  • Filter im Fallrohr: Praktisch, wenn du Regenwasser nutzt, aber sie müssen regelmäßig gereinigt werden, sonst entsteht Rückstau.

Wenn du neben hohen Bäumen wohnst: Effizienz heißt oft „weniger Überraschungen im Herbst“. Dann sind gut zugängliche Kontrollpunkte fast wichtiger als das Material der Rinne.

Notentwässerung: Der unterschätzte Effizienz-Booster

Notentwässerung klingt nach Luxus, ist aber bei vielen Gebäuden der Unterschied zwischen „Starkregen überstanden“ und „Wasser findet seinen eigenen Weg“. Effizient ist ein System, das bei Überlast oder Verstopfung nicht über Fenster, Fassade oder in die Dachkonstruktion läuft, sondern kontrolliert über eine definierte Stelle abführt.

Bei Flachdächern ist das besonders wichtig, aber auch bei komplexen geneigten Dächern kann ein Notüberlauf an kritischen Stellen sinnvoll sein. Die Idee dahinter: Wenn etwas schiefgeht, soll das Wasser dort austreten, wo es am wenigsten Schaden anrichtet.

Regenwasser nutzen oder versickern lassen: Effizienz für Grundstück und Geldbeutel

Ein Dachentwässerungssystem kann mehr, als Wasser nur „loszuwerden“. Effizient im erweiterten Sinn ist eine Lösung, die Spitzen abpuffert und Wasser nutzbar macht – etwa für Gartenbewässerung. Gerade bei Starkregen kann ein Zwischenspeicher helfen, das System dahinter zu entlasten, solange Überläufe korrekt geführt sind.

Wichtig: Auch eine Regentonne oder Zisterne braucht einen sicheren Überlauf. Wenn der Speicher voll ist, darf das Wasser nicht unkontrolliert am Hausfuß austreten. Ein sauber geführter Überlauf (zur Versickerung oder Ableitung) ist der Punkt, an dem „praktisch“ zu „effizient“ wird.

Wenn-dann-Diagnose: So findest du die größte Effizienz-Bremse an deinem Haus

Bevor du Teile tauschst oder ein komplett neues System planst, lohnt sich eine kurze Diagnose. Das spart Geld und führt oft zu überraschend einfachen Verbesserungen.

  • Wenn die Rinne bei Starkregen an einer Stelle überläuft, dann ist häufig dort entweder der Einlauf zu klein, der Weg zum Fallrohr zu lang oder das Gefälle ungünstig. Nächster Schritt: Prüfen, ob ein zusätzliches Fallrohr oder ein zweiter Einlauf diesen Abschnitt entlastet.
  • Wenn Wasser hinter der Rinne läuft, dann sind oft Traufblech/Tropfkante, Rinnenposition oder Dachziegelüberstand das Thema. Nächster Schritt: Sichtprüfung bei Regen (oder mit Wasser aus dem Schlauch), ob das Wasser sauber in die Rinne fällt.
  • Wenn es nur im Herbst passiert, dann ist Verstopfung durch Laub/Nadeln wahrscheinlich. Nächster Schritt: Einlaufbereich kontrollieren, Laubfang am Einlauf nachrüsten und Zugänglichkeit verbessern.
  • Wenn die Rinne „dauernd voll steht“, dann fehlt Gefälle oder es gibt Senken durch falsch gesetzte Halter. Nächster Schritt: Halterabstände und Höhenverlauf prüfen, Senken ausrichten, Stöße auf Dichtheit prüfen.
  • Wenn Feuchteflecken am Sockel entstehen, dann endet das Wasser möglicherweise zu nah am Haus oder spritzt stark zurück. Nächster Schritt: Auslauf/Entwässerung am Boden überprüfen (Spritzschutz, Anschluss an Versickerung/Ableitung, ausreichender Abstand zur Fassade).

Diese Logik ist hilfreich, weil sie dich von Symptomen zu Ursachen führt. Viele „Materialprobleme“ sind am Ende Positions- oder Gefälleprobleme.

Typische Fehler und Missverständnisse, die Effizienz kaputtmachen

Ein paar Klassiker tauchen immer wieder auf – und sie kosten Effizienz, ohne dass man es sofort sieht.

„Ein größeres Fallrohr löst alles.“ Größer hilft nur, wenn der Engpass wirklich im Fallrohr liegt. Häufig sitzt der Flaschenhals am Einlauf, an einer engen Biegung oder an einer Stelle mit ständigem Schmutzeintrag. Ein größerer Querschnitt nützt wenig, wenn davor ein Laubpfropfen sitzt.

„Wasser darf ruhig überlaufen, passiert ja nur selten.“ Überlauf heißt oft: dauerhafte Spritzwasserzone an der Fassade, ausgewaschene Fugen, feuchter Sockel, Algen, im Winter Eisflächen. Seltenes Ereignis, aber mit Langzeitfolgen.

„Laubschutz macht wartungsfrei.“ Laubschutz verschiebt Wartung. Er kann Effizienz stark erhöhen, wenn er zum Standort passt und du die Reinigungsstellen gut erreichst. Ein schlecht gewählter Schutz kann selbst zur Verstopfungsquelle werden.

„Optik zuerst, Technik später.“ Verdeckte Rinnen und Kastenrinnen sehen ruhig aus, sind aber nur effizient, wenn Zugang, Gefälle und Notentwässerung mitgedacht sind. Sonst wird aus „clean“ schnell „kompliziert“.

Eine sinnvolle Abfolge, um ein bestehendes System effizienter zu machen

Du musst nicht alles auf einmal umbauen. Oft reichen ein paar gezielte Schritte, die sich gut kombinieren lassen:

  • 1. Beobachten: Einmal bei starkem Regen (oder mit Gartenschlauch) schauen: Wo läuft es über, wo tropft es, wo steht Wasser?
  • 2. Engpässe freilegen: Einläufe, Laubfangkörbe, Bögen und Revisionsstellen öffnen und reinigen.
  • 3. Gefälle und Senken prüfen: Stehendes Wasser in der Rinne weist auf Senken hin; Halter korrigieren ist oft effektiver als „noch ein Filter“.
  • 4. Kritische Stellen entlasten: Zusätzlicher Einlauf oder weiteres Fallrohr an langen Rinnenabschnitten, besonders an Sammelpunkten (Kehlen, Gaubenbereiche).
  • 5. Wasser am Boden richtig wegführen: Auslauf nicht direkt an den Sockel, sondern kontrolliert zur Versickerung/Drainage/Anschluss führen.

Wenn du nach Schritt 3 schon Ruhe hast: umso besser. Wenn nicht, sind Schritt 4 und 5 meist die Hebel, die aus „geht so“ ein wirklich robustes System machen.

Praxisbeispiele aus dem Alltag

Praxisbeispiel 1: Ein Einfamilienhaus mit langem Dachüberstand und nur einem Fallrohr pro Seite hat bei Starkregen regelmäßig Überlauf am gegenüberliegenden Ende. Die Reinigung bringt nur kurzfristig Besserung. Die Ursache ist die lange Fließstrecke in der Rinne plus ein Einlauf, der bei hohem Durchsatz zum Engpass wird. Ein zusätzliches Fallrohr in der Nähe des problematischen Endes entlastet den Abschnitt deutlich, die Rinne bleibt auch bei Starkregen stabil.

Praxisbeispiel 2: Ein Flachdach über der Garage bildet nach Regen immer wieder Pfützen, und einmal pro Jahr ist der Ablauf durch Laub verstopft. Hier ist nicht nur der Schmutzeintrag das Problem, sondern auch die Gefälleführung: Wasser sammelt sich in einer Senke und transportiert Schmutz zum Ablauf. Nach dem Freilegen und Reinigen wird der Ablauf mit einem passenden Schmutzfang kombiniert, und die Senke wird im Zuge der nächsten Abdichtungsmaßnahme mit sauberer Gefälleausbildung entschärft. Ergebnis: weniger stehendes Wasser, weniger Verstopfungen, deutlich mehr Ruhe.

Praxisbeispiel 3: Bei einem Haus mit vielen Bäumen landet im Herbst ständig Material in der Rinne. Ein Rinnengitter wird montiert, doch nach einigen Wochen staut sich Wasser, weil sich ein „Teppich“ aus feinem Material bildet. Statt das Gitter zu verteufeln, wird umgestellt: Laubfang am Einlauf (kritischer Punkt) plus leichter zugängliche Revisionsstelle am Fallrohr. Die Rinne bleibt frei, und die Reinigung ist schneller erledigt, weil du nicht die ganze Rinne abnehmen oder auskratzen musst.

Fragen & Antworten rund um effiziente Dachentwässerung

Woran merke ich, dass meine Dachentwässerung unterdimensioniert ist?

Ein typisches Zeichen ist Überlauf bei Starkregen, obwohl die Rinne sauber ist. Häufig hörst du auch „Gluckern“ und siehst Rückstau am Einlauf. Wenn das regelmäßig an denselben Stellen passiert, fehlen oft Fallrohre oder die Einlaufleistung passt nicht.

Was ist effizienter: mehr Fallrohre oder größere Fallrohre?

Mehr Fallrohre verkürzen die Fließwege in der Rinne und verteilen die Wassermenge, das ist oft sehr wirksam. Größere Fallrohre helfen, wenn das Rohr selbst der Engpass ist, etwa bei hohen Dachflächen pro Rohr. In vielen Fällen bringt ein zusätzliches Fallrohr mehr als „ein Rohr dicker“.

Wie wichtig ist das Gefälle in der Dachrinne?

Sehr wichtig, weil stehendes Wasser Schmutz bindet und im Winter Eis verursachen kann. Kleine Senken reichen, damit sich Ablagerungen genau dort festsetzen, wo du sie am wenigsten willst. Ein sauberer Höhenverlauf macht das System deutlich wartungsärmer.

Warum läuft Wasser manchmal hinter der Rinne entlang?

Häufig liegt es an einer ungünstigen Tropfkante, einem falschen Abstand zwischen Dachkante und Rinne oder an kapillarem „Zurückziehen“ von Wasser. Auch Wind kann bei Starkregen Wasser an die falsche Stelle drücken. Eine Sichtprüfung bei Regen zeigt meist schnell, wo der Wasserfilm abreißt.

Sind Rinnengitter immer sinnvoll?

Sie sind sinnvoll, wenn du viel grobes Laub hast und das Gitter zur Rinnenform und zum Standort passt. Bei feinem Material (Samen, Nadeln) kann sich die Abdeckung selbst zusetzen, dann sinkt die Abflussleistung. Oft ist ein Laubfang am Einlauf plus gute Zugänglichkeit die robustere Lösung.

Was kostet es typischerweise, ein System effizienter zu machen?

Das reicht von wenig Aufwand für Reinigung, Laubfang und kleinere Korrekturen bis zu größeren Arbeiten wie zusätzlichen Fallrohren oder einer Umplanung bei komplexen Dächern. Teuer wird es meist dann, wenn Zugang schwierig ist (Gerüst) oder wenn Abdichtungsarbeiten am Flachdach nötig sind. Am günstigsten ist fast immer, Engpässe früh zu erkennen, bevor Folgeschäden entstehen.

Wie oft sollte man Dachrinnen und Abläufe kontrollieren?

Typisch sind ein bis zwei Kontrollen pro Jahr, plus eine zusätzliche Runde nach starkem Laubfall oder Sturm. Bei Flachdächern und starkem Baumbestand lohnt sich häufigere Sichtkontrolle, weil Abläufe dort der kritische Punkt sind. Die beste Frequenz ist die, bei der du Verstopfungen erwischst, bevor es zum Überlauf kommt.

Was ist bei Flachdächern das wichtigste Effizienz-Kriterium?

Die Kombination aus funktionierender Hauptentwässerung, zuverlässiger Notentwässerung und sauberer Gefälleführung. Wenn eines davon fehlt, steigt das Risiko von stehendem Wasser und Überlastsituationen. Wartungszugang ist ebenfalls entscheidend, sonst bleibt jede „tolle Lösung“ im Alltag unzuverlässig.

Ist Regenwassernutzung (Tonne/Zisterne) gut für die Effizienz?

Ja, vor allem im Sinne von sinnvoller Wasserbewirtschaftung und teils auch zur Entlastung bei Regen, solange Überläufe korrekt angeschlossen sind. Sie ersetzt aber keine ausreichende Dachentwässerung, denn bei vollem Speicher muss das Wasser trotzdem sicher weg. Achte besonders darauf, dass der Überlauf nicht direkt am Sockel endet.

Welche Alternative gibt es, wenn ich keine sichtbaren Fallrohre an der Fassade will?

Innenliegende Fallrohre oder versteckte Führung in Vorwänden sind möglich, aber sie erhöhen die Anforderungen an Planung, Dichtheit und Revisionsmöglichkeiten. Effizient ist das nur, wenn du Wartungszugänge und sichere Notentwässerung einplanst. Optik lässt sich lösen, aber bitte ohne „blindes“ Verstecken.

Wie lange hält eine gute Dachentwässerung?

Das hängt stark vom Material, der Umgebung und der Ausführung ab. Metallsysteme können sehr lange halten, wenn Stöße, Halter und Übergänge fachgerecht sind und keine ungünstigen Materialkombinationen vorliegen. Unabhängig vom Material verlängern regelmäßige Kontrollen an Einläufen und Problemstellen die Lebensdauer deutlich.

Fazit

Besonders effiziente Dachentwässerung entsteht durch passende Dimensionierung, kurze Fließwege, saubere Details und eine Notentwässerung, die im Ernstfall wirklich übernimmt. Für geneigte Dächer ist die gut geplante Rinne mit ausreichend Fallrohren meist unschlagbar, bei Flachdächern zählt eine zuverlässige Innenentwässerung mit Redundanz. Wenn du zuerst Engpässe und Verstopfungsstellen identifizierst und dann gezielt entlastest, bekommst du ein System, das Starkregen gelassen nimmt und dir im Alltag kaum Arbeit macht.

Checkliste
  • Stabiles Abflussverhalten: Auch bei Starkregen läuft die Rinne nicht sofort über, und Fallrohre „schlucken“ das Wasser ohne Rückstau.
  • Geringe Fassadenbelastung: Wenig Spritzwasser und keine dauerfeuchten Zonen an Putz, Holz oder Sockel.
  • Wartungsarmut: Laub und Schmutz führen nicht alle paar Wochen zu Überläufen.
  • Robuste Details: Übergänge, Stöße und Einläufe sind dicht und bleiben es trotz Temperaturwechseln.
  • Redundanz: Es gibt eine sinnvolle Notentwässerung, damit „zu viel Wasser“ nicht über die falsche Stelle läuft.

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