Buchetüren weiß streichen klappt zuverlässig, wenn du die typische Kombination aus hartem Holz, altem Klarlack und fettigen Griffzonen ernst nimmst: erst prüfen, womit du es zu tun hast, dann sauber anschleifen, sperren (falls nötig) und in dünnen Schichten lackieren. So bekommst du eine gleichmäßige, strapazierfähige Oberfläche ohne gelbe Durchschläge, Läufer oder klebrige Stellen. Eine sauber vorbereitete Buchetür hält den neuen Anstrich jahrelang aus – auch im Alltag mit Kindern, Jackenknöpfen und „mal schnell die Tür zu“.
Die wichtigste Entscheidung fällt am Anfang: Ist die Tür roh geölt, gewachst oder bereits lackiert? Davon hängt ab, ob du nur anschleifen musst oder ob erst Rückstände runter müssen, damit Weiß wirklich weiß bleibt.
Vorab klären: Welche Oberfläche hast du wirklich vor dir?
Buche ist von Natur aus eher rötlich-gelblich. Wenn du darüber einfach Weiß lackierst, kann es je nach Produkt und Vorbehandlung zu Verfärbungen kommen. Noch häufiger ist das Problem aber nicht das Holz selbst, sondern alte Oberflächen: Klarlacke vergilben, Ölreste stoßen Lack ab, und in Griffnähe sitzt meist eine Mischung aus Hautfett, Reinigungsmittel und Staub.
So findest du mit zwei schnellen Prüfungen heraus, was Sache ist:
- Wassertropfen-Test: Perlt Wasser ab oder zieht kaum ein, ist die Oberfläche meist lackiert, gewachst oder stark geölt. Zieht es schnell ein und dunkelt das Holz sofort nach, ist sie eher roh oder nur leicht geölt.
- Reib-Test an unauffälliger Stelle: Mit einem leicht angefeuchteten Tuch und etwas Spülmittel kräftig reiben. Wenn du schnell eine schmierige Schicht abbekommst, können Wachs/Politur-Reste im Spiel sein. Wenn nichts passiert, ist es eher Lack oder nacktes Holz.
Wenn du danach unsicher bist: behandel die Tür wie „kritische Altbeschichtung“. Das bedeutet: gründlich entfetten, anschleifen, Haftgrund einsetzen. Das kostet etwas mehr Zeit, verhindert aber die typischen Weiß-Probleme.
Die Zieloptik entscheiden: deckend weiß oder weiß „mit Holzgefühl“?
Bei Buchetüren gibt es zwei realistische Richtungen:
Deckend weiß ist das klassische Ergebnis: modern, ruhig, passt zu weißen Zargen oder hellen Wänden. Hier zählt vor allem eine glatte, gleichmäßige Oberfläche.
Lasierend/transparent weiß (Weißlasur) lässt die Maserung sichtbar. Das wirkt leichter, ist aber empfindlicher bei Flecken und benötigt trotzdem eine sehr saubere Vorbereitung. Außerdem kann Buche unter einer Lasur schnell unruhig wirken, weil das Holz recht lebhaft ist.
Wenn die Tür schon Kratzer, alte Verfärbungen oder viele Ausbesserungen hat, ist deckend meistens die stressfreiere Wahl.
Was du brauchst: Material und Werkzeug, ohne Spezialzirkus
Du brauchst kein Profi-Setup, aber du solltest die richtigen Basics parat haben. Wichtig ist, dass du Lack und Grundierung als System denkst: Buche + Altbeschichtung + Weiß = lieber einmal mehr absichern als später alles nochmal.
- Reiniger/Entfetter (mildes alkalisches Reinigungsmittel oder Anlauger-Ersatz) und saubere Tücher
- Schleifpapier in mehreren Körnungen (z. B. 120/180/240)
- Staubentfernung: Staubsauger mit Bürste, leicht feuchtes Tuch
- Grundierung: Haftgrund für Altanstriche; bei Durchschlag-/Vergilbungsrisiko ein Absperrgrund/Sperrgrund
- Lack: strapazierfähiger Weißlack (für Türen geeignet), passend zu deinem Glanzgrad (matt/seidenmatt/glänzend)
- Rolle: feine Lackierrolle (Schaum oder Mikrofaser für Lack), plus kleiner Pinsel für Kanten/Profilierungen
- Abdeckmaterial: Malerkrepp, Folie/Papier
- Schraubendreher zum Abnehmen von Beschlägen
Wenn du möglichst wenig Geruch willst, greif zu wasserbasierten Systemen. Wenn die Tür stark vergilbt ist oder es um maximale Robustheit geht, kann ein lösemittelbasierter Sperrgrund sinnvoll sein. Das hängt weniger von „besser/schlechter“ ab, mehr von den Risiken deiner Ausgangslage.
Die Reihenfolge, die wirklich Ärger spart
Bei Türen zahlt sich eine saubere Reihenfolge doppelt aus, weil du große glatte Flächen hast, die jeden Fehler gnadenlos zeigen. Gehe so vor:
- Beschläge ab: Klinke, Schild/Rosetten, ggf. Türstopper. Wenn du nicht abbauen willst, musst du sehr sauber abkleben – das rächt sich sonst beim Kantenlack.
- Tür aushängen und waagerecht lagern (wenn möglich). So verlaufen Kanten weniger, und du arbeitest entspannter.
- Gründlich reinigen/entfetten, besonders um Griffhöhe und Kanten. Danach mit klarem Wasser nachwischen und komplett trocknen lassen.
- Anschleifen: Ziel ist nicht „runter auf Holz“, sondern eine matte, gleichmäßige Fläche als Haftbrücke. Kanten nur sanft, damit du sie nicht rund schleifst.
- Staub restlos weg: Erst saugen, dann leicht feucht nachwischen, trocknen lassen.
- Grundieren: Haftgrund und/oder Sperrgrund je nach Situation. Trocknen lassen, ggf. Zwischenschliff.
- 1. Lackschicht dünn, gleichmäßig, ohne Druck „totzurollen“.
- Zwischenschliff fein, um Staubeinschlüsse und Rauigkeit zu glätten.
- 2. Lackschicht als Finish. Bei sehr dunklem Untergrund oder perfekter Optik: ggf. 3. dünne Schicht.
Wenn du merkst, dass der Lack an einzelnen Stellen „kriecht“ oder sich kleine Krater bilden, ist fast immer noch Fett/Silikon/Politur im Spiel. Dann hilft kein weiteres Drüberlackieren: die Stelle muss gereinigt, angeschliffen und neu aufgebaut werden.
Reinigung: Warum „sieht sauber aus“ nicht reicht
Buchetüren werden oft jahrelang mit Allzweckreiniger abgewischt. Das hinterlässt manchmal einen Film, der beim Lackieren für schlechte Benetzung sorgt. Dazu kommen Hautfette in Griffnähe – und die sind zäh.
Arbeite in zwei Durchgängen:
- Erster Durchgang: Reinigungsmittel auftragen, kurz wirken lassen, mechanisch abreiben. Nicht nur „drüberwischen“.
- Zweiter Durchgang: Mit klarem Wasser nachwischen, damit keine Reinigerreste bleiben.
Tipp aus der Praxis: Nimm für den Bereich rund um die Klinke ein frisches Tuch. Wer hier mit dem „schon halb grauen“ Lappen arbeitet, verteilt Fett nur großflächig.
Schleifen: Mattieren ist das Ziel, nicht Muskeltraining
Auf lackierten Türen reicht meist ein gleichmäßiges Matt-Schleifen. Du erkennst es daran, dass die Fläche nicht mehr glänzt, sondern seidig-matt wirkt. In Profilen und Kanten ist weniger mehr: zu starkes Schleifen macht Kanten rund, und das sieht nachher schnell „abgewohnt“ aus.
Eine praxistaugliche Körnungs-Logik:
- Altlack intakt und glatt: eher 180 bis 240 zum Mattieren.
- Altlack mit kleinen Macken: mit 120/150 anfangen, dann auf 180/240 nachziehen.
- Rohes Holz: 150–180 als Vorbereitung, dann nach dem Grundieren fein nachschleifen.
Wenn du nach dem Schleifen „Streifen“ siehst: Das ist meist ungleichmäßiger Druck. Bei Weiß fallen solche Stellen später als Wolken auf, deshalb lieber gleichmäßig und geduldig.
Grundierung richtig wählen: Haftung vs. Durchschlag
Bei Buche und Weiß sind zwei Risiken entscheidend: Haftung (hält der neue Lack auf der alten Oberfläche?) und Durchschlag (kommt Gelb/Rotton oder Altanstrich optisch wieder durch?).
Wenn die Tür bereits lackiert ist und der Lack fest sitzt, reicht oft ein Haftgrund als Bindeglied, danach der Weißlack. Fest sitzt er, wenn du beim Schleifen keine Bereiche hast, die sich schuppenartig lösen, und wenn sich nichts mit dem Fingernagel abheben lässt.
Wenn die Tür vergilbt ist, Nikotin-/Küchendunst abbekommen hat oder der Untergrund „arbeitet“, ist ein Sperrgrund sinnvoll. Der verhindert, dass Verfärbungen in den Weißlack wandern. Das ist besonders wichtig bei seidenmatten und matten Lacken, weil die optisch schneller „warm“ kippen.
Wenn die Tür geölt oder gewachst war, wird es heikler: Öl/Wachs kann tief sitzen. Dann kann eine Sperrgrund-Schicht helfen, aber nur, wenn die Oberfläche zuvor wirklich sauber und leicht aufgeraut ist. In manchen Fällen muss man stärker anschleifen oder den Ölfilm gezielt entfernen, sonst bleibt die Haftung das Risiko Nummer eins.
Lackieren: So bekommst du Türen ohne Orangenhaut und ohne Läufer
Die größten Tür-Probleme entstehen durch zu viel Material auf einmal. Weiß deckt zwar, aber wenn du „auf Deckung“ arbeitest, bekommst du schnell Läufer an Kanten und eine strukturierte Oberfläche.
Arbeite lieber in dünnen Schichten:
- Kanten zuerst (mit wenig Material), dann die Fläche.
- Immer nass in nass arbeiten: eine Bahn an die nächste, nicht antrocknen lassen und dann wieder drüber.
- Rolle nicht trockenfahren: Wenn die Rolle anfängt zu rupfen, neu Lack aufnehmen.
- Zum Schluss leicht ausrollen ohne Druck, damit die Struktur feiner wird.
Bei profilierten Türen: erst Profile mit Pinsel/kleiner Rolle, dann die großen Felder. Wenn du erst die Fläche machst und danach in Profilen herumstochern musst, hast du fast sicher Ansätze.
Und ja: Staub ist bei Türen ein Thema. Wenn möglich, wische den Raum vorher feucht, arbeite ohne Durchzug, und lass die Tür in Ruhe trocknen. Der beste Lack sieht mittelmäßig aus, wenn sich in der letzten Stunde noch jede Fusselparty draufsetzt.
Trocknung und Belastung: Wann darf die Tür wieder ran?
„Trocken“ heißt bei Lacken oft nur: staubtrocken, man kann vorsichtig anfassen. Die volle Härte kommt später. Das ist wichtig, weil Türen früh beansprucht werden: Klinke anfassen, Kante stoßen, Schlüsselbund schrammt drüber.
Plane daher so, dass die Tür nach dem letzten Anstrich möglichst lange ungestört bleibt. Wenn du sie früh einhängst, dann sehr vorsichtig, und die ersten Tage lieber nicht mit scharfem Reiniger drüber. Wenn du merkst, dass der Lack noch „weich“ ist, gib ihm Zeit, statt mit Gewalt nachzuhelfen.
Typische Fehler, die bei Buchetüren besonders oft passieren
Ein paar Klassiker tauchen immer wieder auf – und sie sind meist schnell erklärbar:
- „Ich habe doch grundiert, warum blutet es gelb durch?“ Häufig war es ein Haftgrund ohne Sperrwirkung, oder der Untergrund hat starke Verfärbungen. Dann braucht es einen Sperrgrund oder eine zusätzliche Sperrschicht.
- „Der Lack perlt an manchen Stellen ab.“ Das sind fast immer Fett, Silikon oder Politurreste. Reinigung und Mattierung müssen an diesen Punkten wiederholt werden.
- „Es fühlt sich rau an.“ Staub im Lack oder aufgequollene Holzfasern nach Wasserprodukten. Zwischenschliff mit feiner Körnung und eine dünne Finish-Schicht lösen das meist.
- „Ich sehe Rollspuren.“ Zu trockene Rolle, zu zähes Material, zu viel Druck oder zu warm/trocken im Raum. Dünner arbeiten und am Ende sanft ausrollen.
- „Kanten bekommen schnell Macken.“ Kanten sind Belastungszonen. Hier helfen ausreichender Lackaufbau, sauberes Schleifen ohne Rundschliff und Geduld bei der Endhärtung.
Wenn bei dir nur das Problem in Griffnähe auftritt, geh gezielt dorthin zurück: reinigen, anschleifen, isolieren, neu lackieren. Du musst selten die komplette Tür neu machen, wenn der Rest sauber hält.
Praxisbeispiele aus dem Alltag
Praxisbeispiel 1: Eine Buche-Zimmertür im Flur ist rund um die Klinke deutlich dunkler, ansonsten nur leicht vergilbt. Nach dem ersten Weißanstrich entstehen kleine Krater in Griffhöhe. Lösung: Bereich erneut entfetten (wirklich mechanisch), anschleifen, eine isolierende Grundierung nur in der Zone auftragen und anschließend die gesamte Tür noch einmal dünn überlackieren, damit der Glanzgrad einheitlich bleibt.
Praxisbeispiel 2: Eine alte Buchetür aus den 90ern ist klar lackiert und gelblich. Der neue Lack deckt zunächst, wirkt aber nach zwei Tagen „warm“ und ungleichmäßig. Ursache: Vergilbung/Verfärbung schlägt durch. Lösung: Oberfläche matt schleifen, Sperrgrund flächig, Zwischenschliff, dann zwei dünne Weißlackschichten. Danach bleibt das Weiß stabil.
Praxisbeispiel 3: Eine geölte Buche-Tür wurde früher immer wieder nachgeölt und fühlt sich stellenweise speckig an. Nach Grundierung und Lack lässt sich der Anstrich an einer Kante mit dem Fingernagel anheben. Ursache: Ölreste verhindern Haftung. Lösung: stärkeres Anschleifen bis die speckige Schicht weg ist, gründliche Reinigung, dann Haft- und Sperrschicht je nach Produkt, erst dann Lackaufbau. Danach ist die Kante belastbar.
Besondere Fälle: Zargen, Glasleisten, Dichtungen und Falz
Bei Türen wird oft nur die Fläche betrachtet, aber die Probleme sitzen gern an den Details:
Türfalz: Dort reibt die Tür am Rahmen, und Lack kann schneller abnutzen. Dünn lackieren, keine dicken Nasen, und beim ersten Schließen vorsichtig sein. Wenn es eng sitzt, kann eine zu dicke Lackschicht sogar dazu führen, dass die Tür „klebt“.
Dichtungen: Gummidichtungen nicht überlackieren. Abkleben oder, wenn möglich, kurz aus der Nut ziehen und später wieder einsetzen. Lack auf Gummi wird meist rissig und sieht schnell schmuddelig aus.
Glasausschnitt: Glasleisten haben viele Kanten. Hier lieber mit wenig Material arbeiten und Ansätze vermeiden. Wenn das Glas schon eingebaut ist, sauber abkleben und die Klebekante direkt nach dem letzten Ausrollen abziehen, solange der Lack noch nicht hart ist.
Zargen: Wenn du Tür und Zarge in einem Rutsch weiß machen willst, plane getrennte Arbeitsgänge. Sonst bekommst du zwangsläufig Macken, weil du ständig mit frisch lackierten Flächen in Kontakt kommst. Und: Zargen haben oft andere Altbeschichtungen als die Tür, also nicht automatisch gleich behandeln.
Welche Lackart passt zu einer Tür im Alltag?
Eine Tür ist eine Gebrauchsfläche: anfassen, stoßen, reinigen. Deshalb ist „Wandfarbe“ hier keine gute Idee, auch wenn sie schön matt ist. Sie wird in Griffzonen schnell speckig und lässt sich schlechter reinigen.
Für Türen sind Lacke sinnvoll, die als robust und reinigungsfähig ausgelegt sind. Beim Glanzgrad gilt: matt verzeiht kleine Unebenheiten, zeigt aber eher Griffspuren. Seidenmatt ist für viele Haushalte der beste Kompromiss. Glänzend ist sehr robust und gut zu reinigen, zeigt aber jede kleine Welle und jeden Pinselansatz.
Fragen & Antworten rund ums Weißstreichen von Buchetüren
Muss ich eine Buchetür komplett bis aufs Holz abschleifen?
Meist nicht. Wenn der alte Lack fest sitzt, reicht ein gleichmäßiges Mattieren als Haftbrücke. Bis aufs Holz zu gehen lohnt sich vor allem, wenn die Altbeschichtung abblättert, stark beschädigt ist oder Öl/Wachs tief stört.
Warum wird Weiß auf Buche manchmal gelblich?
Häufig kommen Verfärbungen aus dem alten Klarlack oder aus Nikotin/Küchendunst, die durch den neuen Lack wandern. Auch der natürliche Holzton kann bei dünnem Lackaufbau leicht durchscheinen. Ein Sperrgrund reduziert dieses Risiko deutlich.
Welche Körnung ist für den Zwischenschliff sinnvoll?
Für den Zwischenschliff nach Grundierung oder erster Lackschicht ist fein sinnvoll, damit du nur glättest und nicht wieder Riefen einarbeitest. Wichtig ist, danach den Schleifstaub restlos zu entfernen, sonst schleifst du ihn in die nächste Schicht ein.
Kann ich ohne Grundierung einfach Weißlack auf den alten Lack rollen?
Wenn die Tür sauber, angeschliffen und der Altlack kompatibel ist, kann das funktionieren. In der Praxis ist das Risiko für Haftungsprobleme und Verfärbungen höher, besonders bei vergilbten Türen. Eine passende Grundierung ist meist der günstigere Umweg.
Wie vermeide ich Läufer an den Kanten?
Trage an Kanten weniger Material auf und rolle überschüssigen Lack sofort in die Fläche aus. Arbeite in dünnen Schichten und kontrolliere die Kanten nach ein paar Minuten nochmals, weil sich dort gern Material sammelt. Wenn ein Läufer schon steht, lieber trocknen lassen und später glatt schleifen.
Was mache ich, wenn der Lack kleine Krater bildet?
Das deutet fast immer auf Fett, Silikon oder Polituren hin. Die betroffenen Stellen reinigen, matt schleifen und dann erneut aufbauen, gegebenenfalls mit einer sperrenden Schicht dazwischen. Einfach weiter drüberrollen macht das Muster meistens nur größer.
Wie lange sollte ich warten, bis ich die Tür wieder einhänge?
Wenn du die Wahl hast, warte so lange, bis die Oberfläche nicht nur trocken, sondern spürbar belastbarer ist. Gerade bei Kanten und im Falz kann frischer Lack sonst Schaden nehmen. In den ersten Tagen hilft zudem vorsichtige Nutzung, weil die Endhärtung später erreicht wird.
Kann ich Buchetüren auch im eingebauten Zustand streichen?
Das geht, ist aber deutlich fehleranfälliger, weil du schlechter an Kanten und Unterseiten kommst und mehr Staub aufwirbelst. Außerdem steigt die Gefahr, Zarge und Boden zu treffen oder Ansätze zu erzeugen. Wenn möglich, ist aushängen meist die entspanntere Variante.
Wie bekomme ich eine glatte Oberfläche ohne „Orangenhaut“?
Orangenhaut kommt oft von zu zähem Auftrag, zu trockenem Rollen oder ungünstigen Bedingungen wie Wärme und Zugluft. Dünner arbeiten, passende Lackierrolle nutzen und am Ende leicht ausrollen hilft sehr. Ein feiner Zwischenschliff vor der letzten Schicht macht den größten Unterschied.
Was kostet es ungefähr, eine Tür weiß zu streichen?
Die Materialkosten hängen vor allem von Grundierung und Lackqualität ab und ob du Sperrgrund brauchst. Wenn Werkzeug und Abdeckmaterial schon da sind, bleibt es oft überschaubar, steigt aber, sobald mehrere Türen oder Zargen dazukommen. Teurer als Material wird meist die Zeit, wenn du nachbessern musst.
Fazit
Buchetüren weiß streichen funktioniert dann richtig gut, wenn du den Untergrund ernst nimmst: gründlich entfetten, gleichmäßig matt schleifen und bei Vergilbung oder kritischen Altanstrichen sperren. Mit dünnen Lackschichten, Ruhe beim Trocknen und einem feinen Zwischenschliff bekommst du eine Oberfläche, die im Alltag nicht nach wenigen Wochen wieder „gebraucht“ aussieht. Wenn du bei einem Schritt unsicher bist, entscheide dich lieber für die sichere Variante mit Grundierung – das ist bei Türen fast immer die Abkürzung.
Wenn du mehrere Buchetüren streichst: Tempo halten, ohne Qualität zu verlieren
Sobald nicht nur eine Tür, sondern gleich ein ganzer Flur dran ist, passiert etwas Typisches: Man wird schneller, weil man „den Dreh raus“ hat – und genau dann schleichen sich die kleinen Schlampereien ein, die später alle Türen gleichmäßig… na ja, „handgemacht“ aussehen lassen. Mit ein bisschen Planung bekommst du Serienqualität hin, ohne dass du jede Tür wie ein Museumsstück behandelst.
Bewährt hat sich ein Ablauf in Etappen. Erst alle Türen abbauen und Beschläge sortieren (am besten je Tür in eine eigene Schale), dann alle Türen reinigen, dann alle Türen schleifen. Dadurch wechselst du nicht ständig die Denkaufgabe, und deine Ergebnisse werden gleichmäßiger. Außerdem vermeidest du, dass du bei Tür 3 schon lackierst, während Tür 1 noch irgendwo Staub sammelt, weil sie wieder im Weg steht.
Wenn du nur wenig Platz hast: arbeite trotzdem in „Blöcken“. Zum Beispiel erst beide Seiten einer Tür fertig aufbauen (inklusive Grundierung), dann die nächste. Wichtig ist, dass du dir am Ende jeder Etappe kurz anschaust, ob du irgendwo Glanzstellen (zu wenig angeschliffen), schmierige Zonen (nicht sauber entfettet) oder Kanten mit zu viel Material hast. Diese drei Dinge sind die Hauptgründe, warum mehrere Türen am Ende unterschiedlich wirken.
Gleicher Farbton, gleiche Wirkung: Warum Weiß nicht gleich Weiß ist
Gerade bei Buche fällt ein Weißton-Unterschied stärker auf, weil der Untergrund warm ist. Zwei Dosen „Weiß“ können je nach Produkt leicht unterschiedlich wirken: mal neutraler, mal wärmer, mal etwas grauer. Wenn du Türen in einem Bereich einheitlich haben willst, ist es sinnvoll, alles aus einer Produktlinie zu machen und, falls mehrere Gebinde nötig sind, diese vor dem Lackieren zusammenzugießen und zu mischen. Das reduziert sichtbare Unterschiede zwischen Tür A und Tür B.
Auch der Glanzgrad verändert die Wahrnehmung. Matt wirkt oft „weicher“ und minimal dunkler, seidenmatt etwas klarer. Wenn du Tür und Zarge unterschiedlich glänzend lackierst, sieht es schnell so aus, als wäre es ein anderer Weißton – obwohl es derselbe ist.
Kleine Reparaturen vor dem Lack: Dellen, Kratzer und alte Bohrlöcher
Weiße Türen verzeihen weniger, was vorher im Holz oder im alten Lack schon sichtbar war. Alles, was du bei Buche im Klarlack kaum bemerkt hast, kann nach dem Weißlack als Schatten oder Mulde auftauchen, besonders bei seitlichem Lichteinfall.
So gehst du bei typischen Schäden vor:
- Kleine Dellen: Wenn es echtes Holz und kein dicker Altlack ist, kann ein feuchtes Tuch und vorsichtige Wärme helfen, die Fasern etwas anzuheben. Danach trocknen lassen und glatt schleifen. Bei lackierten Türen klappt das nur begrenzt, weil der Lack die Fasern „versiegelt“.
- Kratzer: Flach ausschleifen, nicht „ausgraben“. Tiefe Kratzer lieber spachteln (fein, schleifbar), dann plan schleifen.
- Alte Bohrlöcher: Füllen, bündig abziehen, nach dem Trocknen plan schleifen. Wenn du danach grundierst, wird es optisch oft erst richtig unsichtbar.
Wichtig: Spachtelstellen saugen anders als der Rest. Eine Grundierung sorgt dafür, dass der Lack nachher nicht fleckig wirkt.
Türkanten und Falz als „Stresszone“ behandeln
Wenn Türen nach dem Streichen zuerst Schäden bekommen, dann fast immer an Kanten und im Falzbereich. Dort wird angefasst, dort stößt man an, dort reibt es. Plane deshalb für die Kanten nicht nur „auch etwas Lack“, sondern einen sauberen Aufbau ein.
Ein guter Ablauf ist: Kanten dünn vorlackieren, kurz anziehen lassen und dann die Fläche machen. So reduzierst du das Risiko, dass du beim Flächenrollen wieder zu viel Material auf die Kante schiebst. Beim Zwischenschliff die Kanten nur sanft behandeln, damit du nicht den Lackfilm wieder aufreißt.
Wenn die Tür sehr knapp im Rahmen sitzt, kann es sinnvoll sein, den Lack im Falz bewusst dünner zu halten und dort eher auf perfekte Optik zu verzichten. Die Alternative wäre eine Tür, die nachher schwer schließt oder beim Öffnen „klebt“ – und das nervt jeden Tag.
Geruch, Raumklima und Gesundheit: Unterschätzte Faktoren
Auch wenn du „nur“ eine Innentür lackierst: Geruch und Raumklima entscheiden mit, wie gut der Lack verläuft und wie angenehm das Projekt bleibt. Zu warme, zu trockene Luft kann die Offenzeit verkürzen, dann werden Ansätze und Rollspuren sichtbarer. Zu feuchte Luft bremst die Trocknung, und die Tür bleibt länger empfindlich.
Sorge für regelmäßiges Lüften, aber vermeide starken Durchzug während der ersten Phase der Trocknung, damit nicht permanent Staub auf die Fläche zieht. Und egal ob wasserbasiert oder lösemittelhaltig: Handschuhe sind sinnvoll, und beim Schleifen ist Staubschutz eine wirklich gute Idee. Gerade alter Lackstaub hat in der Lunge nichts verloren.
Wenn die Tür nach dem Streichen klebt: Ursachen und Auswege
„Klebende“ Türen nach dem Lackieren sind häufiger, als man denkt. Gemeint ist nicht nur, dass sie am Rahmen hängen, sondern auch, dass sich Dichtungen oder Falzflächen tacky anfühlen und beim Schließen Geräusche machen.
Typische Ursachen:
- Zu dicker Lackaufbau im Falz oder an der Schließkante
- Zu frühe Belastung, bevor der Lack ausreichend ausgehärtet ist
- Unpassende Kombination aus Lack und Untergrund, die lange weich bleibt
Wenn die Tür nur mechanisch schleift: markiere die Kontaktstelle (ein Stück Papier dazwischen, Tür vorsichtig schließen, schauen wo es reibt) und schleife gezielt minimal nach. Danach dort wieder dünn versiegeln, sonst saugt der Bereich Schmutz und Feuchte. Wenn es eher ein „Kleben“ an Dichtung oder Falz ist, hilft oft: Zeit geben, und die ersten Tage die Tür nicht „zuwerfen“, damit sich nichts aneinander festsetzt.
Reinigung nach dem Projekt: So bleibt Weiß lange schön
Frisch lackierte Türen werden gern sofort mit „starkem Reiniger“ behandelt, weil man irgendwo noch einen Fingerabdruck sieht. Das ist der Moment, in dem man sich die Oberfläche stumpf oder speckig reibt.
Besser ist: In den ersten Wochen nur sanft mit leicht angefeuchtetem Tuch reinigen, ohne aggressive Reiniger und ohne harte Schwämme. Griffzonen profitieren langfristig von regelmäßigem, mildem Abwischen, statt seltenem „Großputz“ mit viel Chemie. Und wenn du im Flur oft schwarze Streifen von Schuhen oder Taschen bekommst: die gehen in der Regel eher mit sanfter Mechanik weg als mit scharfen Mitteln.