Welche Bodenbeläge eignen sich am besten für den Einsatz im Badezimmer?

Lesedauer: 15 Min
Aktualisiert: 24. Februar 2026 12:42

Im Badezimmer eignen sich vor allem keramische Fliesen, Vinyl (Designbelag/LVT), fugenarmes Spachtel- bzw. Gussbodensystem (z. B. PU) und Naturstein – je nachdem, ob du maximale Wasserfestigkeit, warme Füße, wenig Fugen oder ein bestimmtes Design willst. Entscheidend sind nicht nur Optik und Preis, sondern auch Rutschhemmung, Feuchteverträglichkeit, Aufbauhöhe und die Frage, wie gut sich der Belag in der Praxis reinigen und reparieren lässt.

Wer den Bodenbelag nach dem schönsten Muster auswählt, zahlt im Bad oft später doppelt: durch aufgequollene Kanten, schmierige Oberflächen oder Fugen, die nie wieder richtig hell werden. Mit ein paar einfachen Entscheidungen vorab lässt sich das vermeiden.

Was ein Badezimmerboden wirklich aushalten muss

Ein Bad ist kein normaler Wohnraum mit gelegentlichem Wischen. Hier treffen Spritzwasser, stehende Nässe (z. B. vor der Dusche), Temperaturwechsel, Dampf, Reinigungsmittel und im Alltag auch mechanische Belastung aufeinander: herunterfallende Flaschen, ein wackeliger Wäschekorb, Stuhlrollen im Familienbad oder die tägliche „Ich-trockne-mich-noch-eben-im-Gehen“-Routine.

Die typischen Stresspunkte sind dabei erstaunlich konstant:

  • Wasser an den falschen Stellen: nicht die Oberfläche ist das Problem, sondern Fugen, Kanten, Übergänge (Tür, Wanne, Dusche) und Durchdringungen (WC, Heizkörper).
  • Rutschgefahr: Seife, Shampoo, Kalkfilm – alles kann aus einem „eigentlich rauen“ Boden einen sehr glatten machen.
  • Aufbau und Untergrund: Unebenheiten, Holzuntergründe, alte Fliesen, Fußbodenheizung, fehlende Entkopplung – hier entscheidet sich, ob der Boden 15 Jahre hält oder nach 15 Monaten knackt.
  • Pflege und Optik im Alltag: Badböden sehen nicht wegen Wasser schlecht aus, sondern wegen Kalk, Schmutz in Fugen, Mikrokratzern und falschen Reinigern.

Wenn du nur eine Sache mitnimmst: Im Bad gewinnt der Belag, dessen Schwachstellen du konstruktiv im Griff hast – nicht der, der „theoretisch wasserfest“ ist.

Die wichtigsten Auswahlkriterien – bevor du Materialien vergleichst

Es hilft, die Entscheidung einmal wie eine kleine Diagnose aufzuziehen. Wenn du diese Punkte klärst, wird die Materialwahl deutlich einfacher:

1) Wie nass wird es wirklich?
Gäste-WC mit seltenem Spritzwasser ist eine andere Welt als Familienbad mit bodengleicher Dusche. Wenn regelmäßig Wasser auf dem Boden steht oder Kinder planschen, solltest du Oberflächen und Anschlüsse so wählen, dass Wasser nicht in Kanten und Fugen „einziehen“ kann.

2) Wie wichtig ist dir Rutschhemmung?
Im Bad ist Rutschhemmung nicht „nice to have“. Wer barfuß läuft und vielleicht noch Kinder oder ältere Personen im Haushalt hat, sollte eher zu rutschhemmenden Oberflächen greifen. Zu glatte Beläge sind das häufigste „Hätte ich vorher gewusst“-Thema.

3) Welche Aufbauhöhe ist möglich?
Bei Renovierungen entscheidet die Aufbauhöhe über Stress mit Türen, Übergängen und Anschlüssen. Fliese auf Fliese, dünnes Vinyl, Spachtelboden oder doch alles raus – das ist oft eine statische und praktische Frage, keine reine Geschmacksfrage.

4) Welcher Untergrund liegt vor?
Estrich ist dankbar. Holz- bzw. Balkenlagen sind anspruchsvoller: Hier brauchst du besonders stabile, entkoppelte Aufbauten und sorgfältige Abdichtung, sonst arbeitet der Untergrund und der Belag reißt oder löst sich.

5) Wie viel Pflege willst du realistisch leisten?
Große Fliesen mit schmalen Fugen oder fugenarme Systeme sind im Alltag oft entspannter. Kleine Mosaike sehen toll aus, bedeuten aber sehr viel Fuge – und Fuge ist im Bad die Zone, die du am häufigsten „mitputzt“.

Fliesen (Keramik/Feinsteinzeug): der robuste Klassiker mit ein paar Fallstricken

Keramische Fliesen und vor allem Feinsteinzeug sind im Bad aus gutem Grund Standard: Sie sind sehr wasserunempfindlich, langlebig, temperaturbeständig und funktionieren mit Fußbodenheizung hervorragend. Wenn du einen Boden willst, der nach Jahren immer noch „wie Boden“ wirkt, liegst du hier meist richtig.

Worauf du achten solltest:

Rutschhemmung
Im Bad zählt die Oberfläche. Polierte Fliesen sehen edel aus, werden nass aber schnell zur Eisbahn. Eine matte, strukturierte Oberfläche ist häufig die bessere Wahl. Noch wichtiger: Die Oberfläche muss auch nach Jahren gut „greifen“, selbst wenn sich ein Film aus Seife und Kalk bildet. Wenn du zwischen zwei schönen Designs schwankst: Nimm im Bad eher die Variante, die sich minimal rauer anfühlt.

Format und Fugen
Große Formate reduzieren die Fugenmenge und wirken ruhiger. Gleichzeitig verlangen sie einen sehr ebenen Untergrund und saubere Verlegung – sonst bekommst du Kantenüberstände, die man barfuß sofort merkt. Kleine Formate und Mosaik schmiegen sich besser an Gefälle (z. B. in der Dusche), bringen aber viel Fuge mit. Viel Fuge heißt mehr Pflege und mehr Risiko für Verfärbungen.

Fugenmaterial
Zementäre Fugen sind Standard, können im Bad aber schneller nachdunkeln. Hochwertige, feinere Fugenmörtel sind pflegeleichter; in stark beanspruchten Bereichen kann eine Epoxidharzfuge sinnvoll sein, weil sie weniger Wasser und Schmutz aufnimmt. Epoxid ist allerdings anspruchsvoller in der Verarbeitung und nicht jeder mag die Haptik.

Abdichtung und Anschlüsse
Die Fliese ist nicht die Abdichtung. In Spritzwasserzonen ist eine normgerechte Abdichtung unter dem Belag entscheidend, besonders bei bodengleichen Duschen und Übergängen. Viele Schäden entstehen nicht „durch die Fliese“, sondern durch einen Übergang, der nachgibt oder gerissen ist.

Wenn du vor allem Ruhe willst: Fliese/Feinsteinzeug mit rutschhemmender Oberfläche, große Formate im Laufbereich, passende Lösung für die Dusche (je nach Gefälle ggf. kleineres Format), dazu gute Abdichtung und ordentliche Silikonfugen an den Rändern – das ist die Kombination, die am wenigsten überrascht.

Vinyl (Designbelag/LVT): warm, leise, renovierungsfreundlich – aber nur richtig geplant

Vinyl bzw. Designbelag ist im Bad beliebt, weil er fußwarm ist, Trittschall schluckt und bei Renovierungen oft mit geringer Aufbauhöhe auskommt. Optisch gibt es überzeugende Holz- und Steinlooks, die im Bad eine wohnliche Stimmung erzeugen.

Der Knackpunkt: „Vinyl ist wasserfest“ stimmt nur dann, wenn du System und Einbauart richtig auswählst.

Klebevinyl vs. Klickvinyl

  • Klebevinyl (vollflächig verklebt) ist im Bad meist die sicherere Wahl, weil es keine schwimmenden Fugen hat, in die Wasser laufen kann. Es verlangt allerdings einen sehr glatten, passenden Untergrund – oft mit Spachtelung.
  • Klickvinyl ist verlockend wegen einfacher Montage. Im Bad kann es funktionieren, aber stehendes Wasser und wiederholtes „Pfütze übersehen“ sind riskant: Wasser findet Wege in die Fugen, und dann beginnt das Drama darunter. Wenn du Klickvinyl im Bad planst, muss der Hersteller die Eignung ausdrücklich angeben und die Randanschlüsse müssen sehr sorgfältig gelöst werden.

Untergrund entscheidet
Vinyl zeigt dir Unebenheiten gnadenlos: Was bei Fliesen noch „geht“, kann sich bei Vinyl als Druckstelle oder fühlbare Kante durchzeichnen. Wenn du beim Darüberstreichen Unebenheiten spürst, wirst du sie später mit dem Fuß spüren.

Feuchte von oben und von unten
Im Erdgeschoss kann Restfeuchte oder fehlende Sperre im Untergrund ein Thema sein. In oberen Etagen ist es eher Wasser von oben. In beiden Fällen gilt: Wenn Wasser unter den Belag gelangt, trocknet es langsamer als du denkst – und Geruch oder Schimmel entstehen nicht über Nacht, aber zuverlässig über Wochen.

Reinigung
Vinyl mag milde Reiniger. Zu aggressive Mittel oder falsche „Glanzpflege“ können einen Film hinterlassen, der den Boden schlierig macht und die Rutschgefahr erhöht. Wenn du im Bad gern „mit Power“ putzt, brauchst du ein Material, das das verzeiht – oder du stellst die Routine um.

Wenn du ein warmes, leises Bad willst: Klebevinyl auf sauber vorbereiteten Untergrund ist oft eine sehr gute Lösung, solange du Übergänge, Duschbereich und eventuelle Pfützen realistisch einplanst.

Spachtelboden, PU- und fugenarme Systeme: modern, pflegeleicht – stark abhängig vom Handwerk

Fugenarme Böden (z. B. mineralische Spachtel, PU-Beschichtung, gegossene Systeme) wirken im Bad ruhig, modern und sind im Alltag oft sehr angenehm zu reinigen. Weniger Fugen bedeutet weniger Schmutzlinien und weniger „Warum ist das da schon wieder dunkel?“-Momente.

Der Preis für die schöne, ruhige Fläche: Diese Systeme sind stark ausführungsabhängig. Kleine Fehler in Untergrundvorbereitung, Schichtdicken, Trocknungszeiten oder Versiegelung rächen sich schnell – als Risse, Flecken oder matte Laufstraßen.

Typische Stärken:

  • Sehr geringe Fugenanteile, dadurch einfache Reinigung
  • Moderner Look, oft mit Wandflächen kombinierbar
  • Angenehm mit Fußbodenheizung, je nach System

Typische Risiken:

  • Rissbildung bei beweglichem Untergrund oder fehlender Entkopplung
  • Flecken durch aggressive Reiniger, Haarfärbemittel, Kosmetika oder stehende Feuchte, wenn die Versiegelung nicht passt
  • Reparaturen sind möglich, aber häufig sichtbar, weil man Flächenübergänge erkennt

Wenn du fugenarm willst: Plane das als System (Untergrund, Abdichtung, Aufbau, Versiegelung, Pflege). Dann ist das Ergebnis im Alltag oft großartig. Wenn du „irgendwas spachteln“ lässt, weil es auf Fotos gut aussieht, ist die Chance hoch, dass du nach einem halben Jahr über Details stolperst.

Naturstein: wunderschön, aber nicht jeder Stein ist badtauglich

Naturstein kann ein Bad unglaublich hochwertig wirken lassen, weil die Oberfläche lebendig ist und nicht so „perfekt“ wie Industrieprodukte. Gleichzeitig ist Naturstein im Bad ein Material, das man mit Respekt behandeln muss: Je nach Steinart ist er mehr oder weniger saugfähig, empfindlich gegen Säuren und reagiert unterschiedlich auf Feuchte.

Kalkstein und Marmor sind Klassiker, aber säureempfindlich. Das heißt: Viele Badreiniger, Entkalker oder auch manche Kosmetika können matte Stellen verursachen. Diese Patina kann man mögen – oder verzweifeln, wenn man eigentlich einen gleichmäßigen Look will.

Granit und Quarzit sind oft robuster, aber auch hier kommt es auf die genaue Sorte und Oberfläche an. Eine gute Imprägnierung hilft gegen Fleckenbildung, ersetzt aber keine passende Pflege.

Rutschhemmung
Polierte Natursteine können nass sehr glatt sein. Gebürstete, geflammte oder strukturierte Oberflächen sind im Bad meist sinnvoller – auch wenn sie optisch weniger „Spiegelglanz“ bieten.

Wenn du Naturstein liebst: Wähle die Steinart nach Bad-Alltag, nicht nach Showroom-Licht. Und akzeptiere, dass Pflege hier Teil des Deals ist.

Holz und Laminat im Bad: wann es funktionieren kann – und wann du es lassen solltest

Holz im Bad sieht warm aus und fühlt sich barfuß gut an. Technisch ist echtes Holz aber ein Material, das auf Feuchte reagiert: es quillt, schwindet, kann Fugen öffnen und sich verziehen. Wenn dann Wasser eindringt, wird es schnell unangenehm.

Massivholz ist im Bad nur in sehr gut geplanten, gut gelüfteten Räumen sinnvoll – mit durchdachter Oberflächenbehandlung, sauber gelösten Randanschlüssen und dem Willen, Pflege wirklich zu machen. In einem Familienbad mit viel Spritzwasser ist das eher eine Beziehung auf Probe.

Laminat ist im klassischen Sinn im Bad meist keine gute Idee, weil Trägerplatten bei Feuchte aufquellen können. Es gibt zwar wasserresistente Varianten, doch auch hier ist die Frage: Was passiert, wenn Wasser an der Kante stehen bleibt oder in eine Fuge zieht? In vielen Fällen ist das Risiko höher als der Nutzen.

Wenn du den Holzlook willst: Gute Holzoptik-Fliesen oder ein geeignetes Vinylsystem liefern oft die bessere Alltagstauglichkeit, ohne dass du ständig auf Tropfenjagd gehen musst.

Kork, Linoleum & Co.: charmant, aber im Bad meist Spezialfall

Kork ist warm und leise, Linoleum ist ein angenehmer, natürlicher Belag – beide haben aber im Badezimmer einen schweren Stand, weil Feuchte und stehendes Wasser ihre Schwachstelle sind. Mit vollflächiger Verklebung, sorgfältiger Versiegelung und perfekt ausgeführten Rändern kann das funktionieren, bleibt aber eher etwas für Menschen, die die Pflege- und Risikoseite bewusst mit einkaufen.

Wenn du ein sehr ruhiges Gäste-WC planst, kann das ein interessanter Weg sein. In einem stark genutzten Bad würde ich diese Beläge nur wählen, wenn die Rahmenbedingungen außergewöhnlich gut sind und die Ausführung wirklich sauber ist.

Rutschhemmung, Fugen, Fußbodenheizung: die drei Praxishebel, die alles verändern

Rutschhemmung
Im Bad zählt nicht nur das Material, sondern die Oberfläche und der Pflegezustand. Ein Belag kann im Neuzustand „griffig“ wirken und nach Monaten durch Pflegefilm glatter werden. Wenn du dazu neigst, Pflegemittel zu überdosieren: lieber eine Oberfläche wählen, die rutschhemmender ist, als du eigentlich „brauchst“.

Fugen
Fugen sind funktional, aber sie sind auch Schmutz- und Kalkmagnet. Wenige, schmale Fugen sind im Alltag entspannter. Wenn du Mosaik liebst, plane die Reinigung bewusst mit ein und wähle Fugenmaterial und Farbe so, dass es dir verzeiht, wenn nicht jeden zweiten Tag geschrubbt wird.

Fußbodenheizung
Fliesen und Stein leiten Wärme hervorragend. Vinyl kann ebenfalls funktionieren, wenn es für Fußbodenheizung freigegeben ist und der Aufbau passt. Bei fugenarmen Systemen hängt es vom Produktaufbau ab. Wichtig ist hier weniger „geht oder geht nicht“, sondern dass die zulässigen Oberflächentemperaturen und Trocknungszeiten eingehalten werden – sonst altert der Belag schneller.

Typische Fehler und Trugschlüsse – und wie du sie vermeidest

„Der Belag ist wasserfest, also ist alles gut.“
Wasserfest ist selten das Problem. Die Schwachstellen sind Übergänge, Fugen, Randbereiche und die Ebene darunter. Wenn du dort nicht sauber arbeitest, hilft dir das beste Material nichts.

„Im Bad nehme ich extra glatte Fliesen, dann putzt es sich leichter.“
Glatt putzt sich zwar einfacher, wird aber nass schneller rutschig. Außerdem sieht man auf sehr glatten, dunklen Flächen Kalkflecken oft stärker. Pflegeleicht heißt im Bad häufig: matte, robuste Oberfläche und wenig Fuge.

„Klickvinyl ist doch dicht, das klickt ja zusammen.“
Die Klickverbindung ist keine Wanne. Sie verhindert nicht zuverlässig, dass Wasser bei Pfützen oder wiederholter Feuchte in die Fugen läuft. Wenn du diesen Weg gehst, muss die Eignung fürs Bad klar sein und du brauchst einen Plan für die Randbereiche.

„Ich spare mir die Untergrundvorbereitung, das sieht man später eh nicht.“
Doch, man spürt es. Und bei elastischen Belägen sieht man es oft auch. Untergrund ist im Bad keine Nebensache, sondern die Basis für alles, was darüber gut aussehen und dicht bleiben soll.

Eine sinnvolle Entscheidungsabfolge, die in der Praxis funktioniert

Wenn du dich zwischen mehreren Bodenbelägen verlierst, geh in dieser Reihenfolge vor – das bringt Klarheit, ohne dass du dich in Details verzettelst:

  • Feuchteklasse im Alltag einschätzen: Gästebad, normales Bad, Familienbad, bodengleiche Dusche mit viel Wasser auf dem Boden.
  • Rutsch- und Barfußkomfort priorisieren: Wer hier Kompromisse macht, merkt es jeden Tag.
  • Untergrund und Aufbauhöhe prüfen: Was liegt vor, was darf drauf, was passt an Türen und Übergängen?
  • Pflege realistisch planen: Fugenanzahl, Reinigungsmittel, Kalkwasser, Zeit.
  • Dann erst Design festzurren: Wenn zwei Optionen ähnlich gut sind, gewinnt die, die dir optisch wirklich gefällt.

Wenn du nach den ersten beiden Punkten schon weißt „viel Wasser + sicher laufen“, landest du sehr häufig bei rutschhemmendem Feinsteinzeug oder einem sehr gut geplanten fugenarmen System. Wenn „warm und leise“ ganz oben steht und das Bad nicht ständig unter Wasser steht, wird Klebevinyl oft interessant.

Praxisbeispiele aus typischen Badezimmer-Situationen

Praxisbeispiel 1: Altbau-Bad, wenig Aufbauhöhe, Tür soll bleiben
Hier ist der Klassiker: alter Boden, neue Optik, aber die Tür darf nicht gekürzt werden. Eine dünne Lösung wie Klebevinyl auf sauber gespachteltem Untergrund oder ein sehr dünner fugenarmer Aufbau kann funktionieren. Wenn zusätzlich eine bodengleiche Dusche geplant ist, sollte der Duschbereich besonders sorgfältig gelöst werden, weil dort Wasser nicht „mal eben“ weg ist.

Praxisbeispiel 2: Familienbad mit Kindern, viel Spritzwasser, schnell sauber soll es sein
In solchen Bädern ist ein rutschhemmendes Feinsteinzeug mit größeren Formaten im Laufbereich meist die nervenschonendste Wahl. In der Dusche kann ein kleineres Format sinnvoll sein, damit Gefälle und Ablauf gut funktionieren. Weniger Fugen und eine Oberfläche, die nicht sofort jeden Kalkpunkt schreit, machen im Alltag den Unterschied.

Praxisbeispiel 3: Modernes Bad, fugenarm, „Spa-Look“, aber empfindliche Reinigungsmittel werden gern benutzt
Fugenarme Systeme wirken hier top, aber nur, wenn Versiegelung und Pflege dazu passen. Wer gern mit starkem Badreiniger arbeitet, sollte das Material so wählen, dass es chemisch robust ist oder die Reinigung auf mildere Mittel umstellen. Sonst entstehen schnell matte Stellen oder Flecken, die auf großen, ruhigen Flächen besonders auffallen.

Fragen & Antworten aus der Bad-Praxis

Welche Bodenbeläge eignen sich am besten für den Einsatz im Badezimmer, wenn ich maximale Sicherheit will?

Dann sind rutschhemmende Fliesen aus Feinsteinzeug oft die sicherste Bank, weil sie Wasser und Reinigung gut vertragen. Achte besonders auf eine matte, griffige Oberfläche und darauf, dass die Abdichtung in Spritzwasserzonen sauber ausgeführt ist.

Ist Vinyl im Badezimmer wirklich eine gute Idee?

Ja, wenn es als System fürs Bad gedacht ist und die Einbauart passt. Vollflächig verklebtes Vinyl ist in vielen Bädern unkritischer als Klickvinyl, weil es weniger Eintrittsstellen für Wasser bietet.

Was ist besser: große Fliesen oder viele kleine?

Große Fliesen bedeuten weniger Fugen und oft weniger Pflegeaufwand, verlangen aber einen sehr ebenen Untergrund. Kleine Formate funktionieren gut in der Dusche und bei Gefälle, bringen aber mehr Fugen mit, die schneller nachdunkeln können.

Welche Rolle spielt die Rutschhemmung im Alltag wirklich?

Eine sehr große, weil Seifenreste und Kalkfilm selbst „normale“ Oberflächen glatter machen können. Wenn mehrere Personen das Bad nutzen, ist eine etwas griffigere Oberfläche meist der bessere Kompromiss als ein sehr glatter Designer-Look.

Kann ich Laminat im Bad verlegen, wenn es „wasserfest“ beworben wird?

Es kann in wenig belasteten Bereichen funktionieren, bleibt aber risikoreicher als Fliese oder geeignete Vinylsysteme. Kritisch sind Fugen, Kanten und stehendes Wasser – genau die Situationen, die im Bad schnell entstehen.

Wie sinnvoll sind fugenarme Spachtel- oder PU-Böden im Badezimmer?

Sie können sehr pflegeleicht und optisch stark sein, wenn Untergrund, Abdichtung und Versiegelung zusammenpassen. Die Qualität hängt stark von der Ausführung ab; kleine Fehler zeigen sich später oft als Risse oder Flecken.

Welche Bodenbeläge funktionieren am besten mit Fußbodenheizung?

Fliesen und Naturstein sind dafür hervorragend geeignet, weil sie Wärme gut leiten. Vinyl kann ebenfalls funktionieren, wenn es für Fußbodenheizung freigegeben ist und der Aufbau fachgerecht geplant wird.

Warum werden Fugen im Bad so schnell dunkel?

Meist ist es eine Mischung aus Schmutz, Seifenresten, Kalk und Feuchte, die in zementäre Fugen einzieht. Weniger Fugen, passende Fugenmaterialien und eine Reinigung ohne schmierige Pflegemittel helfen deutlich.

Was kostet ein guter Badboden grob – und wo sollte ich nicht sparen?

Die Spanne ist groß, weil Material, Untergrundvorbereitung und Abdichtung den Preis stark beeinflussen. Am falschen Ende zu sparen ist meist die Untergrundvorbereitung und Abdichtung, weil spätere Schäden dort teuer und nervig werden.

Wie lange dauert eine Badboden-Renovierung typischerweise?

Das hängt stark vom Aufbau ab: Fliesenarbeiten und fugenarme Systeme brauchen oft mehrere Arbeitsschritte und Trocknungszeiten. Dünne Renovierungslösungen können schneller gehen, sofern der Untergrund geeignet ist und nichts „überraschend“ saniert werden muss.

Fazit

Für die meisten Badezimmer sind rutschhemmende Fliesen aus Feinsteinzeug die robusteste und sorgenärmste Lösung. Wenn du es wärmer und leiser willst, kann ein passendes Vinylsystem sehr gut funktionieren – vorausgesetzt, Untergrund und Randanschlüsse werden sauber geplant. Wer fugenarm liebt, bekommt mit Spachtel- oder PU-Systemen einen tollen Look, sollte aber besonders auf Systemwahl, Ausführung und Pflege achten, damit es dauerhaft schön bleibt.

Checkliste
  • Wasser an den falschen Stellen: nicht die Oberfläche ist das Problem, sondern Fugen, Kanten, Übergänge (Tür, Wanne, Dusche) und Durchdringungen (WC, Heizkörper).
  • Rutschgefahr: Seife, Shampoo, Kalkfilm – alles kann aus einem „eigentlich rauen“ Boden einen sehr glatten machen.
  • Aufbau und Untergrund: Unebenheiten, Holzuntergründe, alte Fliesen, Fußbodenheizung, fehlende Entkopplung – hier entscheidet sich, ob der Boden 15 Jahre hält oder nach 15 Monaten knackt.
  • Pflege und Optik im Alltag: Badböden sehen nicht wegen Wasser schlecht aus, sondern wegen Kalk, Schmutz in Fugen, Mikrokratzern und falschen Reinigern.

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