Schimmel in der Raumecke – warum er immer wiederkommt

Lesedauer: 15 Min
Aktualisiert: 5. Juni 2026 11:00

Schimmel in einer Raumecke kommt fast immer dann zurück, wenn die Ursache tiefer sitzt als die sichtbare Stelle an der Wand. Häufig steckt ein Zusammenspiel aus Wärmebrücke, zu hoher Luftfeuchte, wenig Luftbewegung oder einer verborgenen Feuchtequelle dahinter.

Wer nur die dunkle Stelle entfernt, beseitigt deshalb meist nur das Symptom. Solange die Ecke unter ungünstigen Bedingungen bleibt, bildet sich der Befall erneut.

Warum ausgerechnet die Ecke betroffen ist

Eine Raumecke ist bauphysikalisch oft der kälteste Bereich im Raum. Dort kühlt die Oberflächenluft schneller ab, der Wasserdampf aus der Raumluft schlägt sich eher nieder, und genau das schafft gute Bedingungen für Schimmel.

Besonders kritisch wird es an Außenwänden, hinter großen Möbeln, in schlecht gedämmten Altbauten oder in Räumen mit wenig Nutzung. Die Ecke ist dann nicht die Ursache, sondern der Ort, an dem das Problem sichtbar wird.

Bei vielen Wohnungen kommt noch etwas dazu: Die Luft zirkuliert in Ecken schlechter. Wenn dort dauerhaft ein Schrank, ein Vorhang oder eine Verkleidung steht, bleibt die Wand kühler und trocknet langsamer ab. Das reicht oft schon, damit sich der Befall hält oder nach kurzer Zeit wieder erscheint.

Die häufigsten Ursachen hinter dem Rückkehrproblem

Damit Schimmel immer wiederkommt, müssen in der Regel drei Dinge zusammenpassen: Feuchtigkeit, Kälte und ein Nährboden. Der Nährboden ist oft schon da, denn Tapeten, Staub, Holzwerkstoffe oder Putzreste reichen für den Befall aus.

Feuchtigkeit entsteht auf mehreren Wegen. Das kann ganz harmlos wirken, etwa durch tägliches Kochen, Duschen, Wäschetrocknen in der Wohnung oder viele Menschen auf engem Raum. Es kann aber auch von außen oder aus der Bausubstanz kommen, zum Beispiel durch undichte Fugen, ein beschädigtes Dach, ein Problem an der Fassade oder eine undichte Leitung.

Eine weitere Ursache wird oft unterschätzt: falsches Lüften und Heizen. Wenn in einem Raum viel Feuchtigkeit anfällt, die Luft aber zu selten ausgetauscht wird, steigt die relative Luftfeuchte schnell an. Wenn die Wand gleichzeitig kalt bleibt, setzt sich das Wasser aus der Luft dort ab.

Typisch ist auch der Irrtum, dass ein Raum nur dann zu feucht ist, wenn man Wasser an der Wand sieht. Das stimmt so nicht. Schon dauerhaft hohe Luftfeuchte ohne sichtbare Nässe reicht, damit sich in der Ecke ein Schimmelherd hält. Ein Hygrometer zeigt das oft besser als der bloße Blick.

So lässt sich die Ursache sauber eingrenzen

Der erste Schritt ist immer die Einordnung: Handelt es sich eher um ein Lüftungs- und Heizproblem, um eine Kältebrücke oder um eindringende Feuchte? Diese drei Wege führen zwar alle zu Schimmel, aber sie brauchen unterschiedliche Maßnahmen.

Ein guter Ablauf ist meist dieser: Erst die Luftfeuchte prüfen, dann die betroffene Fläche und ihre Umgebung ansehen, danach die Wandtemperatur und die baulichen Details bewerten. Wenn nach dem Umstellen von Heizen und Lüften die Ecke trotzdem weiter auffällig bleibt, spricht das eher für eine bauliche Ursache oder einen verdeckten Feuchteeintrag.

  • Liegt die relative Luftfeuchte im Raum oft deutlich über 60 Prozent, ist das ein Warnsignal.
  • Ist die Ecke an einer Außenwand kälter als die restliche Fläche, spricht das für eine Wärmebrücke.
  • Zeigt sich der Befall nach Regen, spricht das eher für ein Eindringen von außen.
  • Kommt der Schimmel trotz regelmäßigem Lüften zurück, lohnt ein Blick hinter Möbel, Verkleidungen und Tapeten.

Gerade bei handwerklich geprägten Lösungen lohnt sich ein nüchterner Blick auf den Aufbau. Eine moderne Beschichtung bringt wenig, wenn dahinter kalte Lufttaschen entstehen oder ein Möbelstück die Wand dauerhaft abschirmt. Dann bleibt die Ecke eben eine Problemzone.

Was im Alltag sofort hilft

Bevor größere Maßnahmen beginnen, sollte die Raumführung stimmen. Räume mit Schimmelrisiko brauchen eine stabile Grundwärme, regelmäßigen Luftaustausch und freie Wandflächen, damit Feuchte abtrocknen kann.

Anleitung
1Raum gut lüften und die Fläche nicht trocken abbürsten, damit keine Sporen unnötig verteilt werden.
2Prüfen, ob es sich um eine kleine oberflächliche Stelle oder um einen tieferen Befall handelt.
3Feuchtequelle, Kältebrücke und Möbelabstand bewerten.
4Die betroffene Schicht je nach Ausmaß reinigen, entfernen oder sanieren.
5Die Umgebung dauerhaft trocknungsfähig halten.

Die wichtigsten Sofortschritte sind meist simpel, aber wirksam: Möbel ein Stück von der Außenwand abrücken, die Ecke frei halten, morgens und abends kurz Stoßlüften, nach dem Duschen oder Kochen zusätzlich lüften und die Raumtemperatur nicht zu weit absenken. Besonders in wenig genutzten Zimmern ist das entscheidend.

Wenn die Wandoberfläche sehr kalt wirkt, hilft das reine Lüften allein oft nur begrenzt. Dann muss die Ursache am Baukörper mitgedacht werden. Ein Raum kann sauber gelüftet sein und trotzdem in einer Ecke Schimmel zeigen, wenn dort dauerhaft eine kalte Stelle bleibt.

Wer den Raum beheizt, sollte die Temperatur möglichst gleichmäßig halten. Starke Absenkungen über Nacht oder an Wochenenden lassen Wände auskühlen. Beim Wiederaufheizen entsteht dann leicht Feuchte an den kalten Flächen, und der Kreislauf beginnt von vorn.

Wenn die Wand selbst der Schwachpunkt ist

Bei Außenwänden ist eine Wärmebrücke ein sehr häufiger Grund für wiederkehrenden Schimmel. Das bedeutet: Die Wand kühlt an dieser Stelle stärker aus als ihre Umgebung, zum Beispiel an einer Gebäudeecke, an einem Deckenanschluss, an einem Fenstersturz oder bei alten Anschlussdetails.

Dann reicht ein normales Lüftungsverhalten manchmal nicht aus, um die Oberfläche trocken zu halten. Die Raumluft trifft auf eine zu kalte Fläche, und genau dort sammelt sich Feuchtigkeit. Wer in so einer Situation nur den Fleck entfernt, sieht ihn oft bald wieder.

Auch Sanierungen können Nebenwirkungen haben. Wenn Fenster erneuert wurden, die Wand aber kalt blieb, ist der Raum dichter als früher, die Feuchte bleibt länger im Innenraum und verteilt sich anders. Dann fällt Schimmel manchmal erst nach einer Modernisierung auf, obwohl die Ursache schon vorher angelegt war.

In solchen Fällen sind bauliche Verbesserungen oft sinnvoller als immer neue Beschichtungen. Dazu zählen eine bessere Dämmung von Wärmebrücken, das Überarbeiten von Anschlüssen, das Abdichten von Leckagen oder das Erneuern beschädigter Bauteile. Welche Maßnahme passt, hängt davon ab, woher die Feuchte wirklich kommt.

Wenn Feuchtigkeit von innen oder außen eindringt

Kommt Schimmel trotz guter Raumlüftung immer wieder, sollte man an einen versteckten Feuchteeintrag denken. Das betrifft zum Beispiel undichte Dachbereiche, fehlerhafte Fugen, Risse im Außenputz, undichte Fensteranschlüsse oder Leitungen hinter Wänden und Böden.

Auch aufsteigende Feuchte aus dem Mauerwerk ist möglich, vor allem in älteren Gebäuden oder bei beschädigten Sperrschichten. Dann hilft es wenig, nur innen zu reinigen. Die Wand bleibt feucht, und der Befall bleibt damit eine Frage der Zeit.

Eine nasse oder leicht muffige Ecke, abblätternde Farbe, salzartige Ausblühungen oder sich lösende Tapete sind Hinweise, die man ernst nehmen sollte. Diese Zeichen sprechen oft dafür, dass mehr als bloße Oberflächenfeuchte im Spiel ist.

Wenn der Verdacht auf einen baulichen Schaden fällt, ist eine fachliche Prüfung sinnvoll. Das spart oft Zeit und verhindert, dass nur an der sichtbaren Stelle gearbeitet wird, während die eigentliche Ursache unberührt bleibt.

Das richtige Vorgehen bei sichtbarem Befall

Ist der Schimmel schon da, sollte zuerst die Fläche gesichert und die Ursache zumindest grob eingeordnet werden. Danach folgt die Reinigung oder Sanierung der betroffenen Stelle. Ohne die Ursache mitzudenken, bleibt die Arbeit oft unvollständig.

  1. Raum gut lüften und die Fläche nicht trocken abbürsten, damit keine Sporen unnötig verteilt werden.
  2. Prüfen, ob es sich um eine kleine oberflächliche Stelle oder um einen tieferen Befall handelt.
  3. Feuchtequelle, Kältebrücke und Möbelabstand bewerten.
  4. Die betroffene Schicht je nach Ausmaß reinigen, entfernen oder sanieren.
  5. Die Umgebung dauerhaft trocknungsfähig halten.

Bei kleinen, oberflächlichen Stellen können geeignete Reinigungsverfahren helfen, sofern der Untergrund intakt ist. Ist Tapete, Putz oder Dämmstoff durchsetzt, muss der befallene Bereich oft ausgebaut werden. Sonst bleibt ein Rest im Material, der später wieder sichtbar wird.

Typische Fehler, die den Befall am Leben halten

Ein häufiger Fehler ist das Überdecken der Stelle mit Farbe, ohne die Ursache zu lösen. Dann wirkt die Ecke zunächst sauber, bleibt aber bauphysikalisch problematisch. Nach einiger Zeit drückt der Befall wieder durch oder kommt an derselben Stelle zurück.

Ebenso problematisch ist ein zu enger Möbelstandort. Ein großer Schrank direkt an der Außenwand sieht praktisch aus, nimmt der Wand aber jede Chance zum Abtrocknen. Hinter dem Möbel entsteht ein kleiner Kältekeller, und genau dort beginnt das alte Spiel von vorn.

Auch dauerhaft gekippte Fenster sind kein verlässliches Konzept. Sie kühlen die Umgebung oft aus, tauschen aber die feuchte Innenluft nur begrenzt wirksam aus. Besser ist meist kurzes, intensives Lüften mit anschließend wieder geschlossener und temperierter Raumhülle.

Ein weiterer Denkfehler: Nur die sichtbare Ecke betrachten. Oft sind Anschlussfugen, Fensterlaibungen, der Sockelbereich oder der Übergang zur Decke mitbetroffen. Dann ist die sichtbare Stelle nur der deutlichste Hinweis auf ein größeres Muster.

Woran gute Sanierung erkennbar ist

Eine dauerhaft gute Lösung beseitigt nicht nur den Fleck, sondern verbessert die Bedingungen im ganzen betroffenen Bereich. Dazu gehören trockene Oberflächen, ausreichend warme Bauteile, weniger Feuchteanfall und eine Konstruktion, die nicht ständig neue Kälteinseln erzeugt.

Wenn nach einer Maßnahme die Luftfeuchte im Alltag stabiler bleibt und die Ecke auch bei normaler Nutzung trocken wirkt, ist das ein gutes Zeichen. Bleibt die Wand dagegen trotz aller Bemühungen auffällig, muss die Ursache tiefer gesucht werden.

Handwerklich sinnvoll ist immer der Weg von der Beobachtung zur Ursache und erst dann zur Reparatur. So vermeidet man, dass viel Arbeit in eine Oberfläche fließt, die am Ende wieder denselben Schaden zeigt.

Gerade bei älteren Häusern lohnt sich oft ein genauer Blick auf den gesamten Aufbau. Eine kleine Schwachstelle im Detail kann im Alltag groß wirken, weil sie über Monate dieselbe Ecke belastet. Wer das erkennt, spart sich später viel Nacharbeit.

Wenn die Ecke nach der Reinigung wieder dunkel wird

Wird eine Stelle sauber gemacht und verfärbt sich nach kurzer Zeit erneut, ist das meist ein Hinweis auf verbleibende Feuchte oder eine fortbestehende Kältezone. Dann ist die Reinigung zwar nicht falsch gewesen, aber sie hat nur den sichtbaren Teil behandelt.

In solchen Fällen sollte man den Bauteilaufbau prüfen: Gibt es Hohlräume, beschädigte Fugen, eine unzureichend gedämmte Außenwand oder verdeckte Nässe? Oft zeigt sich das Problem erst, wenn man gezielt nach den Randbedingungen schaut.

Auch die Nutzung des Raums spielt mit hinein. Ein selten genutztes Gästezimmer, ein Bad mit wenig Lüftung oder ein Schlafzimmer mit vielen Möbeln an Außenwänden verhält sich anders als ein ständig belebter Wohnraum. Das erklärt, warum dieselbe Maßnahme in einem Raum funktioniert und im nächsten kaum etwas verändert.

Wann fachliche Hilfe sinnvoll ist

Fachliche Unterstützung ist besonders dann ratsam, wenn die Stelle großflächig ist, die Ursache unklar bleibt oder bauliche Schäden vermutet werden. Auch wenn Schimmel immer wiederkommt, obwohl Lüften, Heizen und Möblierung angepasst wurden, sollte man genauer hinschauen lassen.

Das gilt erst recht bei gesundheitlichen Beschwerden, muffigem Geruch hinter Wandverkleidungen oder sichtbaren Feuchteflecken mit Ausbreitung. Je früher die Ursache sauber gefunden wird, desto eher lässt sich der Aufwand begrenzen.

Wer handwerklich arbeitet, kann vieles selbst prüfen und vorbereiten. Die eigentliche Ursache sollte aber sauber identifiziert werden, bevor größere Bauteile geöffnet oder neu aufgebaut werden. Genau dort entscheidet sich, ob der Schaden später wirklich weg bleibt.

Restfeuchte im Baukörper gezielt prüfen

Bleibt ein dunkler Rand in der Ecke trotz Reinigung bestehen, lohnt sich zuerst ein Blick auf die Feuchte im Untergrund. Viele Schäden sitzen nicht an der Oberfläche, sondern tiefer im Putz, im Mauerwerk oder in einer Anschlussfuge. Gerade nach Renovierungen, nach einem Wasserschaden oder bei frisch verputzten Flächen kann noch viel Restwasser im Bauteil stecken. Solange diese Feuchte nicht abgeführt ist, findet der Bewuchs immer wieder gute Bedingungen vor.

Für die Prüfung reicht ein bloßes Abtasten nicht aus. Sinnvoll ist eine Kombination aus Sichtkontrolle, Feuchtemessung und einer Betrachtung der Randbereiche. Besonders aufschlussreich sind Stellen direkt über Sockelleisten, an Fensterlaibungen und an Übergängen zu Außenwänden. Dort zeigt sich oft zuerst, ob sich die Nässe nur in der Ecke sammelt oder aus dem angrenzenden Bereich nachzieht.

  • Oberflächenfeuchte mit einem geeigneten Messgerät erfassen.
  • Temperaturunterschiede an Wand und Raumluft prüfen.
  • Übergänge zu Boden, Decke und angrenzenden Wänden mit einbeziehen.
  • Nach Wasserflecken, Salzausblühungen und Verfärbungen suchen.

Wärmebrücken und Luftbewegung verbessern

In einer Ecke treffen häufig mehrere kühle Flächen aufeinander. Genau dort sinkt die Oberflächentemperatur schneller ab als auf der restlichen Wand. Wird dann noch wenig Luft bewegt, lagert sich Feuchtigkeit länger an. Das erklärt, warum sich der Befall auch nach gründlicher Reinigung erneut zeigen kann. Nicht der Schmutz selbst ist das Hauptproblem, sondern das Raumklima an dieser Stelle.

Abhilfe schafft eine bessere Verteilung der warmen Raumluft. Möbel sollten nicht dicht vor der betroffenen Wand stehen, und auch schwere Vorhänge oder Verkleidungen dürfen den Luftaustausch nicht blockieren. Heizkörper müssen frei anströmen können, damit sich keine kalte Tasche bildet. Bei größeren Räumen hilft oft schon eine veränderte Möblierung, damit die Ecke nicht zum stehenden Feuchtepol wird.

  • Abstand zwischen Möbeln und Außenwand einhalten.
  • Heizkörper nicht zustellen oder verdecken.
  • Luftzirkulation durch freie Wandabschnitte fördern.
  • Raumtemperatur gleichmäßig halten, statt starke Schwankungen zuzulassen.

Bauliche Details an der Ecke nacharbeiten

Manche Stellen werden immer wieder auffällig, weil kleine handwerkliche Schwächen vorhanden sind. Dazu gehören offene Anschlussfugen, Risse im Putz, mangelhafte Abdichtungen oder eine unvollständige Spachtelung im Eckbereich. Schon kleine Fehlstellen reichen aus, damit feuchte Luft eindringen oder sich auf der kalten Fläche niederschlagen kann. Wer sauber nacharbeitet, beseitigt nicht nur den sichtbaren Befall, sondern auch die Eintrittsstellen für die Ursache.

Vor dem erneuten Beschichten muss der Untergrund tragfähig, trocken und sauber sein. Lose Teile werden entfernt, Risse werden passend aufgeweitet und mit geeignetem Material geschlossen. Bei Außenwänden ist zusätzlich auf den Wandaufbau zu achten. Eine reine Farbschicht löst nichts, wenn darunter der Putz hohl liegt oder eine Anschlussfuge zur Decke offen bleibt. Wer hier sorgfältig arbeitet, verhindert, dass die Schadstelle nach kurzer Zeit wieder durchschlägt.

  1. Lose Beschichtung und geschädigten Putz vollständig entfernen.
  2. Risse und offene Fugen prüfen und fachgerecht schließen.
  3. Untergrund trocknen lassen und die Tragfähigkeit kontrollieren.
  4. Geeignete Grundierung und anschließend eine passende Beschichtung auftragen.

Raumklima dauerhaft stabil halten

Auch nach der Beseitigung der Ursache bleibt das Zusammenspiel aus Heizen, Lüften und Nutzung entscheidend. Zu niedrige Temperaturen, lange geschlossene Fenster oder stark schwankende Luftfeuchte schaffen erneut günstige Bedingungen. In Wohnräumen mit wenig Nutzung ist die Gefahr besonders hoch, weil die Luft dort langsamer ausgetauscht wird. In Bädern, Küchen oder Hauswirtschaftsräumen kommt zusätzlich Wasserdampf aus der Nutzung dazu.

Ein sinnvoller Ablauf besteht darin, die Feuchte regelmäßig zu kontrollieren und die Nutzung an die Raumart anzupassen. Stoßlüften ist meist wirksamer als dauerhaft gekippte Fenster, weil damit feuchte Luft schneller abgeführt wird. Ebenso wichtig ist ein gleichmäßiges Heizen, vor allem in Ecken und an Außenwänden. Wer die Werte über mehrere Tage beobachtet, erkennt schnell, ob die Bedingungen stabil sind oder ob noch nachgesteuert werden muss.

  • Luftfeuchte mit einem Hygrometer überwachen.
  • Mehrmals täglich kurz und kräftig lüften.
  • Räume gleichmäßig temperieren.
  • Feuchte Lasten wie Wäsche oder offene Wasserbehälter vermeiden.

Fragen und Antworten

Warum bildet sich der Befall oft genau in der Ecke?

In Raumecken treffen zwei Außenflächen aufeinander, die meist kälter sind als die übrige Wand. Dort kühlt die Luft stärker ab, die relative Feuchte steigt und an der Oberfläche kann sich Wasser niederschlagen. Hinzu kommen oft schwächere Luftzirkulation, Möbelabstand zu gering oder ein unzureichender Wandaufbau.

Woran erkennt man, ob nur die Oberfläche betroffen ist?

Leichte Verfärbungen lassen sich manchmal nur als oberflächlicher Belag einordnen, während dunkle, wiederkehrende Stellen auf ein tieferes Problem hindeuten. Ein genauer Blick auf Putz, Tapete, Fugen und angrenzende Bauteile zeigt oft, ob die Feuchte aus der Wand kommt oder nur an der Oberfläche sitzt. Sobald der Bereich nach kurzer Zeit erneut auffällt, sollte die Ursache mitgeprüft werden.

Hilft es, die Stelle einfach zu überstreichen?

Ein Anstrich verdeckt höchstens die Optik, beseitigt aber weder Feuchte noch Temperaturproblem. Ohne vorherige Trocknung, Reinigung und Ursachenkontrolle wandert der Schaden meist durch den neuen Anstrich oder tritt daneben wieder auf. Erst die technische Klärung macht den Folgeaufwand klein.

Wie lässt sich die Ecke nach einer Reinigung richtig trocknen?

Nach der Reinigung muss die Fläche vollständig austrocknen, bevor wieder beschichtet oder tapeziert wird. Dazu hilft regelmäßiges Stoßlüften, passende Raumtemperatur und eine freie Luftbewegung an der betroffenen Wand. Bei stark durchfeuchteten Bauteilen ist zusätzlich ein Bautrockner oder eine fachgerechte Trocknung sinnvoll.

Welche Rolle spielt das Lüften im Alltag?

Richtiges Lüften senkt die Feuchte im Raum und entlastet kühle Bereiche. Sinnvoll sind mehrere kurze Stoßlüftungen pro Tag, besonders nach dem Kochen, Duschen oder Trocknen von Wäsche. Dauerhaft gekippte Fenster bringen meist weniger und kühlen die Laibungen zusätzlich aus.

Wie weit dürfen Möbel von der Wand entfernt stehen?

Schrankrückwände und große Möbelstücke sollten nicht direkt an einer kalten Außenwand stehen. Ein Luftspalt von einigen Zentimetern verbessert die Hinterlüftung und reduziert stille Feuchtenester. Wichtig bleibt dabei, dass auch Ecken und Nischen nicht luftdicht zugestellt werden.

Was tun, wenn die Ursache aus dem Mauerwerk kommt?

Dann reicht eine Oberflächenbehandlung nicht aus. Es müssen die Schwachstellen am Bauteil selbst geprüft werden, etwa bei Wärmebrücken, Rissen, undichten Anschlüssen oder altem Putz mit zu hoher Feuchteaufnahme. Je nach Befund kommen Abdichtung, Putzsanierung, Dämmkorrektur oder eine bauliche Nachbesserung infrage.

Welche Messungen sind bei der Fehlersuche sinnvoll?

Für die Einordnung helfen Raumlufttemperatur, relative Luftfeuchte und die Oberflächentemperatur der betroffenen Stelle. Ergänzend können Materialfeuchte, Taupunkt und ein Vergleich mit angrenzenden Flächen wichtige Hinweise geben. Wer sauber dokumentiert, erkennt schneller, ob sich das Problem durch Nutzung oder durch den Aufbau des Bauteils erklären lässt.

Wann sollte ein Fachbetrieb eingeschaltet werden?

Sobald der Befall wiederkehrt, sich ausbreitet oder die Ursache nicht eindeutig an der Nutzung liegt, ist professionelle Hilfe sinnvoll. Das gilt besonders bei Verdacht auf Feuchte aus Dach, Fassade, Leitungen oder Sockelbereich. Dann braucht es eine systematische Prüfung, damit nicht nur die sichtbare Stelle behandelt wird.

Wie vermeidet man Schäden nach einer Sanierung?

Nach der Sanierung sollte der betroffene Bereich weiterhin beobachtet werden. Entscheidend sind stabile Raumwerte, freie Luftzirkulation und ein Wandaufbau, der zur Nutzung passt. So zeigt sich früh, ob die Maßnahme dauerhaft trägt oder ob noch ein baulicher Nachschritt nötig ist.

Fazit

Ein wiederkehrender Befall in der Ecke ist fast nie nur ein optisches Problem, sondern ein Hinweis auf Feuchte, Kälte oder eine ungünstige Bauteilkonstruktion. Wer die Ursache zuerst einengt und dann systematisch saniert, vermeidet unnötige Nacharbeiten. Erst wenn Nutzung, Trocknung und Bauzustand zusammenspielen, bleibt die Fläche dauerhaft sauber.

Checkliste
  • Liegt die relative Luftfeuchte im Raum oft deutlich über 60 Prozent, ist das ein Warnsignal.
  • Ist die Ecke an einer Außenwand kälter als die restliche Fläche, spricht das für eine Wärmebrücke.
  • Zeigt sich der Befall nach Regen, spricht das eher für ein Eindringen von außen.
  • Kommt der Schimmel trotz regelmäßigem Lüften zurück, lohnt ein Blick hinter Möbel, Verkleidungen und Tapeten.

Wie hilfreich war dieser Beitrag?
Noch keine Bewertung · 0 Bewertungen

Schreibe einen Kommentar