Welche Materialien sind am besten für die Dämmung von Kellerwänden geeignet?

Lesedauer: 15 Min
Aktualisiert: 25. Februar 2026 23:15

Für die Dämmung von Kellerwänden eignen sich vor allem geschlossenzellige, feuchteunempfindliche Dämmstoffe wie XPS, Schaumglas und spezielle Perimeter‑Dämmplatten. Welches Material am besten passt, hängt stark davon ab, ob du von innen oder außen dämmst, ob der Keller dauerhaft trocken ist und wie er später genutzt werden soll. Eine gut geplante Kellerdämmung beginnt deshalb immer mit der Frage: Ist Feuchtigkeit im Spiel – und wenn ja, woher kommt sie? Erst wenn klar ist, ob Wasser von außen drückt, die Wand nur leicht feucht ist oder der Keller knochentrocken bleibt, lässt sich das passende Dämmmaterial sinnvoll auswählen.

Grundlagen: Was eine gute Kellerdämmung leisten muss

Kellerwände haben bauphysikalisch einen schwierigen Job: Sie grenzen direkt an Erdreich, kalte Luft und häufig auch an Feuchtigkeit. Eine gute Dämmung muss daher mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen: 1. Wärmeverluste verringern, damit der Keller nicht auskühlt und keine Energie verschwendet wird. 2. Feuchteschutz gewährleisten, also keine zusätzliche Feuchte in die Konstruktion holen. 3. Druck und Belastung durch Erdreich und eventuell Grundwasser aufnehmen. 4. Dauerhaft formstabil bleiben, ohne zu verrotten oder zusammenzufallen. 5. Zu deiner geplanten Nutzung passen (Lagerkeller, Hobbyraum, Wohnkeller, Technikraum usw.). Je nachdem, ob von innen oder von außen gedämmt wird, verschiebt sich das Feuchte- und Temperaturprofil in der Wand deutlich. Daher gilt: Erst prüfen, was statisch, baurechtlich und feuchtetechnisch möglich ist – dann Material auswählen. Ganz grob lassen sich zwei Fälle unterscheiden: – Außen liegende Kellerdämmung (Perimeterdämmung) – Innenliegende Kellerdämmung (Innenwanddämmung) Für beide Bereiche gibt es typische Materialien mit klaren Stärken und Schwächen.

Perimeterdämmung von außen: Materialanforderungen

Perimeterdämmung sitzt außen an der Kellerwand, direkt im Erdreich oder teilweise im Spritzwasserbereich. Sie ist bauphysikalisch meist die beste Lösung, weil: – die Wand warm bleibt, – Wärmebrücken minimiert werden, – Feuchte und Temperatur gut steuerbar sind. Die Anforderungen an die Materialien sind hoch: – Wasseraufnahme möglichst gering (geschlossenzellig, kein „Schwamm“) – Druckfestigkeit hoch (Erdlasten und gegebenenfalls Verkehrslasten) – Verrottungsfest (Erde, Feuchte, Mikroorganismen) – Beständig gegen Frost/Tau-Wechsel – Verträglich mit bituminösen und mineralischen Abdichtungen Typischerweise werden hier nur wenige Materialien wirklich empfohlen und zugelassen. Dazu gehören: – Extrudiertes Polystyrol (XPS) – Spezielle Perimeter-Varianten von expandiertem Polystyrol (EPS Perimeter) – in der Praxis seltener und nur unter klar definierten Bedingungen – Schaumglasplatten Andere Dämmstoffe wie Mineralwolle, Holzfaser oder Hanf haben im Erdreich grundsätzlich nichts verloren, weil sie Wasser aufnehmen und ihre Dämmwirkung verlieren oder sogar verrotten.

XPS: Der Standard für die Dämmung von Kellerwänden im Erdreich

XPS (extrudiertes Polystyrol) ist im Neubau die mit Abstand häufigste Wahl für Perimeterdämmung. Das hat Gründe: – Geschlossenzellige Struktur: Sehr geringe Wasseraufnahme. – Hohe Druckfestigkeit: Gut geeignet auch für Bodenplatten und druckbelastete Bereiche. – Gute Dämmwirkung: Niedrige Wärmeleitfähigkeit. – Einfache Verarbeitung: Zuschneiden mit Säge oder heißem Draht, Verkleben, Verdübeln. Typische Einsatzbereiche: – Außendämmung von Kellerwänden im Erdreich – Dämmung von Bodenplatten (unter oder über der Platte, je nach Aufbau) – Sockeldämmung im Spritzwasserbereich Vorteile von XPS: – Robust, relativ unempfindlich gegen Baufeuchte – Gut geeignet für hohe mechanische Belastung – Durchgängige Dämmebene möglich (Wand und Bodenplatte) Nachteile von XPS: – Rohstoff basiert in der Regel auf Erdöl, also nicht ökologisch optimal – Entsorgung und Recycling sind ein Thema – Bei unsachgemäßer Kombination mit Abdichtungsschichten können Haftungsprobleme auftreten Wenn dein Keller dauerhaft im Erdreich liegt und von außen zugänglich ist (z. B. bei einer Sanierung mit Aufgrabung), ist XPS praktisch immer eine technisch sinnvolle Option – vorausgesetzt, die Abdichtung ist korrekt geplant und ausgeführt.

Schaumglas: Die robuste, mineralische Lösung

Schaumglasplatten bestehen aus geschäumtem Glas, sind vollständig mineralisch und haben geschlossene Zellen. Sie sind: – wasserdicht, – druckfest, – unverrottbar, – nicht brennbar. Typische Einsatzbereiche: – Perimeterdämmung bei hohen Anforderungen an Brandschutz oder Dauerhaftigkeit – Dämmung unter Bodenplatten, z. B. bei schwer zugänglichen Bereichen – Umwelt- oder Denkmalschutzprojekte, wo synthetische Schäume unerwünscht sind Vorteile von Schaumglas: – Keine Wasseraufnahme, sehr dauerhaft – Unbrennbar – Sehr dimensionsstabil Nachteile von Schaumglas: – Deutlich teurer als XPS – Verarbeitung etwas anspruchsvoller (Verklebung, keine elastische Verformung) – Schwerer als viele andere Dämmstoffe Wenn hohe Langlebigkeit, Brandschutz oder ökologische Gesichtspunkte im Vordergrund stehen und das Budget es hergibt, ist Schaumglas ein sehr hochwertiges Material für Kelleraußenwände.

Perimeter-EPS: Nur in klar definierten Fällen sinnvoll

Für die Perimeterdämmung gibt es spezielle EPS‑Dämmstoffe (expandiertes Polystyrol), die für den Einsatz im Erdreich zugelassen sind. Sie unterscheiden sich von normalem EPS durch: – höhere Dichte, – verbesserte Druckfestigkeit, – reduzierte Wasseraufnahme. Trotzdem sind sie in der Praxis weniger verbreitet als XPS, weil XPS in vielen Situationen mehr Sicherheitsreserven bietet. Perimeter-EPS kann eine Option sein, wenn: – die Beanspruchung durch Wasser als gering eingestuft wird, – keine anhaltende Dränageproblematik besteht, – das statische und bauphysikalische Konzept auf EPS abgestimmt ist. Für typische, feuchtebelastete Altbaukeller mit unsicherer Abdichtung ist Perimeter-EPS eher keine erste Wahl.

Innenwanddämmung im Keller: Andere Regeln, andere Materialien

Innen gedämmte Kellerwände sind bauphysikalisch anspruchsvoller. Die Außenwand bleibt kalt, und das Risiko von Tauwasser und Schimmel wächst, wenn Planung und Ausführung nicht stimmen. Deshalb ist bei Innendämmung besonders wichtig: – Feuchteverhalten der Wand kennen (Restfeuchte, kapillarer Feuchteeintrag) – Raumluftfeuchte und Nutzung berücksichtigen (Lagerraum, Hobbyraum, Wohnraum) – Luftdichtheit der Dämmschicht sicherstellen (keine Hinterströmung) – Geeignete Oberflächen und ggf. Dampfbremse/Dampfsperre einsetzen Geeignete Materialien für die Innendämmung von Kellerwänden sind z. B.: – Kalziumsilikatplatten – Innendämmplatten aus Mineralschaum – Polyurethan-/Polyisocyanuratplatten (PU/PIR) mit geeigneter Beschichtung – Spezielle kapillaraktive Systeme (z. B. Calciumsilikat, Mineralplatten) für feuchtebelastete Wände

Kalziumsilikatplatten: Gute Wahl gegen Schimmel an Kellerwänden

Kalziumsilikatplatten sind kapillaraktiv und können Feuchtigkeit aus der Wandoberfläche aufnehmen und an die Raumluft wieder abgeben. Sie eignen sich besonders, wenn: – die Wand leicht feucht ist oder früher Feuchteprobleme hatte, – Schimmel an der Oberfläche auftrat, – der Keller zu Wohn- oder Hobbyzwecken genutzt werden soll. Eigenschaften von Kalziumsilikatplatten: – Nicht brennbar – Diffusionsoffen und kapillaraktiv – Alkalisch (erschwert Schimmelwachstum) – Stabiler, mineralischer Baustoff Vorteile: – Guter Oberflächenschutz gegen Schimmelbildung – Kann Feuchtespitzen puffern – In Kombination mit geeignetem Putz wohngesund Nachteile: – Dämmwirkung pro Zentimeter geringer als bei synthetischen Hochleistungsdämmstoffen – Verarbeitung erfordert saubere Untergründe und passenden Kleber/Putz – Materialkosten meist höher als bei einfachen EPS‑Lösungen Kalziumsilikat ist besonders sinnvoll, wenn du keinen Zugang zur Außenseite hast (z. B. Reihenhaus, Grenzbebauung) und trotzdem das Raumklima deutlich verbessern willst.

Mineraldämmplatten und Mineralschaum

Mineralschaumplatten oder andere mineralische Innendämmplatten funktionieren ähnlich wie Kalziumsilikat, sind aber je nach Produktvariante leichter, etwas anders aufgebaut oder haben andere Oberflächenstrukturen. Sie sind: – diffusionsoffen, – meist kapillaraktiv, – nicht brennbar, – gut mit mineralischen Putzen und Farben kombinierbar. Typische Einsatzbereiche: – Wohnkeller – Sanierung feuchtesensibler Bereiche – Ergänzung zu Innendämmkonzepten mit kontrollierter Lüftung Der Vorteil: Ein „atmungsfähiger“ Wandaufbau, der Feuchte nicht in Folien oder Schichten einsperrt, sondern sinnvoll verteilt und abgibt. Der Nachteil ist oft der Platzbedarf, weil für einen guten Dämmwert eine gewisse Schichtdicke erforderlich ist.

PU/PIR-Dämmplatten im Innenbereich

PU‑ oder PIR‑Dämmplatten (Polyurethan / Polyisocyanurat) haben eine sehr gute Dämmwirkung bei geringer Dicke. Sie können im Innenbereich sinnvoll sein, wenn: – nur wenig Platz für die Dämmung vorhanden ist, – die Kellernutzung begrenzt ist, – die Wand trocken und durch eine funktionierende Außenabdichtung geschützt ist. Eigenschaften: – Sehr niedrige Wärmeleitfähigkeit (dünne Schichten möglich) – Meist mit beidseitiger Kaschierung (z. B. Alu, Vlies) – Feuchteempfindlichkeit abhängig von der Kaschierung Wichtig: PU/PIR‑Systeme im Keller erfordern ein sauberes Detail zur Luftdichtheit und zur Vermeidung von Hohlräumen. Dringt warme Raumluft hinter die Platte und kühlt dort ab, kann Tauwasser entstehen.

Warum Mineralwolle selten erste Wahl im Keller ist

Mineralwolle (Glas- oder Steinwolle) ist ein exzellenter Dämmstoff für Dächer und Wände über Geländeoberkante. Im Keller gibt es aber mehrere Stolperfallen: – Sie ist kapillar nicht leitfähig und bleibt bei Wasserkontakt nass. – Eingeschlossene Feuchte trocknet im Keller oft sehr langsam ab. – In Kombination mit offenen Ständerwerken entstehen leicht Hohlräume, die zu Luftströmungen und Tauwasser führen. Mineralwolle kann in Innenkonstruktionen eingesetzt werden, wenn: – eine sehr gute Dampfbremse mit geprüfter Luftdichtheit vorhanden ist, – die Wand selbst trocken ist, – die Nutzung klar definiert ist. Für typische Problemkeller ist sie jedoch keine komfortable Standardlösung.

Praxisbeispiele: Welche Materialien passen zu welchem Keller?

Praxisbeispiel 1: Altbaukeller, außen zugänglich, feuchte Wände

Ein Einfamilienhaus aus den 1960er‑Jahren, massiv gemauerter Keller, Wände leicht feucht, Putz platzt teilweise ab. Außen kann aufgegraben werden. – Vorgehen: Erst die Ursache der Feuchtigkeit klären (fehlende oder defekte Abdichtung, fehlende Dränage). Dann die Kelleraußenwände fachgerecht abdichten (z. B. mineralische Dichtungsschlämme, bituminöse Dickbeschichtung oder bahnenförmige Abdichtung – je nach Planung). – Dämmmaterial: XPS‑Perimeterdämmplatten an der Außenseite, druckfest, mit zugelassenem Kleber an der Abdichtung befestigt. – Ergebnis: Trockene, wärmere Wand, die später innen flexibel gestaltet werden kann (Putz, Vorsatzschale, ggf. zusätzliche Innendämmung bei Wohnnutzung).

Praxisbeispiel 2: Reihenhauskeller, Außenwände nicht zugänglich, leichte Feuchte, Schimmelansätze

Reihenmittelhaus, Keller halb im Erdreich, Außenwände nicht freilegbar, auf der Innenseite Schimmelflecken an den Außenwänden. – Vorgehen: Feuchtequellen prüfen (Lüftungsverhalten, Kondenswasser, eventuelle Undichtigkeiten). Sichtbaren Schimmel fachgerecht entfernen, Putzzustand prüfen. – Dämmmaterial: Kalziumsilikatplatten oder mineralische Innendämmplatten vollflächig verklebt, mit passendem mineralischen Putz und diffusionsoffener Farbe. – Ergebnis: Deutlich wärmere Wandoberflächen, geringere Schimmelgefahr, bessere Beherrschbarkeit des Raumklimas, ohne Feuchte in die Konstruktion einzusperren.

Praxisbeispiel 3: Neubaukeller als Wohnkeller geplant

Massivkeller im Neubau, vollständige Außenabdichtung nach aktuellem Standard, Dränage vorhanden, Nutzung als Hobbyraum und Büro vorgesehen. – Vorgehen: Bei der Planung wird direkt eine Perimeterdämmung z. B. aus XPS und eine durchgängige Dämmebene über Bodenplatte und Kellerwände vorgesehen. Innen wird mit normalem Innenputz gearbeitet. – Optional: Im Bereich sensibler Räume (z. B. Büro) kann eine dünne zusätzliche Innendämmung mit hochwertigen PU‑Platten oder mineralischen Innendämmplatten vorgesehen werden. – Ergebnis: Energieeffizienter, trockener und gut nutzbarer Wohnkeller mit geringem Schimmelrisiko.

Typische Fehler bei der Wahl des Dämmmaterials im Keller

Es gibt ein paar wiederkehrende Fehlentscheidungen, die später teuer werden können: –

„Trockener Keller“ wird einfach vorausgesetzt:

Häufig wird nur kurz geschaut, ob sichtbares Wasser vorhanden ist. Feine Feuchte, aufsteigende Feuchtigkeit oder fehlende Abdichtungen werden übersehen. –

Weiche Dämmstoffe im Erdreich:

Materialien ohne Perimeterzulassung werden in den Boden eingebaut und verlieren bei Durchfeuchtung und Druck ihre Form und Dämmwirkung. –

Innendämmung vor Außenabdichtung:

Statt eine feuchtebelastete Wand erst von außen zu sichern, wird innen gedämmt und dadurch das Feuchteproblem nach innen verlagert. –

Fehlende Luftdichtheit bei Innendämmung:

Hinterströmte Dämmplatten führen zu Tauwasser in Hohlräumen – ein perfekter Nährboden für Schimmel. –

Ungeeignete Oberflächenbeschichtungen:

Dichte Farben oder Tapeten auf eigentlich diffusionsoffenen Systemen blockieren Feuchteabgabe. Wenn du solche Fehler vermeiden willst, lautet der erste Schritt immer: Zustand des Kellers systematisch bewerten, statt nur nach der günstigsten Platte im Baumarkt zu greifen.

Schrittweise vorgehen: Vom Kellerzustand zum passenden Dämmmaterial

Eine sinnvolle Herangehensweise könnte so aussehen: 1.

Feuchte checken:

Sind Salzausblühungen, abplatzender Putz, dunkle Flecken oder muffiger Geruch vorhanden? Gibt es jahreszeitliche Unterschiede? 2.

Außen zugänglich?

Lässt sich die Kellerwand von außen freilegen, ohne große Schäden (z. B. Terrassen, Anbauten) zu verursachen? 3.

Geplante Nutzung definieren:

Lagerraum, Waschküche, Hobbyraum, Wohnraum – jede Nutzung hat andere Anforderungen. 4.

Expertenmeinung einholen:

Bei sichtbaren Feuchteschäden oder unklarer Statik ist eine fachliche Begutachtung sehr hilfreich. 5.

Materialgruppe wählen:

– Außen zugänglich + feucht: Abdichtung + XPS oder Schaumglas. – Außen nicht zugänglich + leicht feucht: kapillaraktive Innendämmung (Kalziumsilikat, Mineralschaum). – Trocken + wenig Platz innen: PU/PIR‑Platten mit sauberer Luftdichtheit. 6.

Detailplanung:

Anschlüsse an Bodenplatte, Decke, Innentrennwände, Fenster, Türen und Durchdringungen klären. So vermeidest du die typische Falle „wir kleben mal irgendwas an die Wand“ – und sparst dir spätere Sanierungen.

Wirtschaftlichkeit und Kosten im Blick behalten

Dämmmaterial im Keller sollte man auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachten: – Die Energieeinsparung pro Zentimeter Dämmung ist im Keller oft geringer als an der Fassade, weil die Temperaturdifferenzen kleiner sind. – Gleichzeitig hat eine gute Kellerdämmung positiven Einfluss auf Behaglichkeit und Werterhalt. – Premium‑Materialien wie Schaumglas sind technisch top, rechnen sich aber nicht in jedem Fall. Grob gesagt lohnt sich eine hochwertige Perimeterdämmung besonders: – im Neubau, wenn sie direkt mitgeplant wird, – bei ohnehin notwendiger Außenabdichtung (z. B. Sanierung eines feuchten Kellers), – wenn ein Keller zu hochwertiger Nutzung (Büro, Wohnraum) ausgebaut wird. Im reinen Lagerkeller kann eine einfachere Lösung genügen – etwa eine optimierte Lüftung, ein begrenzter Innendämmanteil in Aufenthaltsbereichen und eine funktionierende Entfeuchtung.

Häufige Fragen zur Dämmung von Kellerwänden

Welche Materialien sind grundsätzlich am besten für die Dämmung von Kellerwänden geeignet?

Für außen liegende Kellerwände im Erdreich gelten XPS‑Platten und Schaumglas als bewährte Materialien, weil sie druckfest und nahezu wasserunempfindlich sind. Im Innenbereich kommen eher Kalziumsilikatplatten, mineralische Innendämmplatten oder PU/PIR‑Platten zum Einsatz, je nach Feuchtebelastung und Platz.

Was ist der Unterschied zwischen XPS und EPS bei der Kellerdämmung?

XPS hat eine geschlossenzellige Struktur, nimmt sehr wenig Wasser auf und ist hoch druckfest, weshalb es im Erdreich Standard ist. EPS ist in speziellen Perimeter‑Varianten nutzbar, aber empfindlicher gegenüber Feuchte und mechanischer Belastung und wird daher seltener im Kellererdreich verwendet.

Kann ich Mineralwolle zur Innendämmung von Kellerwänden verwenden?

Mineralwolle lässt sich bauphysikalisch einbinden, erfordert aber eine perfekt ausgeführte Dampfbremse und eine sichere Luftdichtheit, um Tauwasser in der Konstruktion zu vermeiden. In vielen Kellern mit unklarem Feuchteverhalten ist das Risiko hoch, weshalb mineralische, kapillaraktive Platten oft die robustere Wahl sind.

Welche Dämmstoffe sind bei feuchten Kellerwänden sinnvoll?

Bei feuchten Außenwänden sollte zuerst die Ursache der Feuchtigkeit beseitigt und eine fachgerechte Abdichtung vorgenommen werden. Für die Außendämmung sind XPS oder Schaumglas geeignet, während im Innenbereich bei Restfeuchte kalziumsilikatische oder andere kapillaraktive Mineralplatten Vorteile bieten.

Wie dick sollte die Dämmung von Kellerwänden sein?

Die notwendige Dicke hängt von deinem energetischen Ziel, der vorhandenen Wandstärke und den gesetzlichen Anforderungen ab. Im Neubau sind außen oft 8–12 cm XPS üblich, bei hochwertigen Energiestandards auch mehr; bei Innendämmung wird die Dicke aufgrund des Platzbedarfs häufig geringer gewählt, muss aber im Gesamtaufbau bewertet werden.

Ist eine Innendämmung im Keller ohne Dampfsperre möglich?

Ja, mit kapillaraktiven, diffusionsoffenen Systemen wie Kalziumsilikatplatten oder bestimmten Mineralschaumplatten kann auf klassische Dampfsperren verzichtet werden. Die Konstruktion muss dann so geplant sein, dass Feuchte sicher aufgenommen und wieder abgegeben werden kann, ohne dass Schimmel entsteht.

Wie teuer ist die Dämmung von Kellerwänden ungefähr?

Die Kosten variieren stark je nach Material, Wandfläche und notwendiger Vorarbeit (Abdichtung, Erdarbeiten, Putzsanierung). XPS‑Perimeterdämmung mit Erdarbeiten ist spürbar teurer als eine reine Innendämmung, bietet aber in vielen Fällen den größeren bauphysikalischen Nutzen und eine längere Lebensdauer.

Welche Dämmstoffe sind im Keller besonders umweltfreundlich?

Mineralische Dämmstoffe wie Kalziumsilikat oder bestimmte mineralische Innendämmplatten haben in der Regel eine bessere Ökobilanz als viele synthetische Schäume und sind nicht brennbar. Schaumglas ist langlebig und mineralisch, erfordert jedoch energieaufwändige Herstellung; Holzfaser und andere Naturdämmstoffe sind im Erdreich ungeeignet, können aber partiell in trockenen Innenbereichen genutzt werden.

Kann ich die Dämmung der Kellerwände selbst machen?

Ein geübter Heimwerker kann einfache Innendämmsysteme oder kleinere XPS‑Arbeiten selbst ausführen, wenn er sich sorgfältig einarbeitet und die Herstellerangaben beachtet. Bei Feuchteschäden, aufwendigen Abdichtungen oder statisch relevanten Eingriffen sollte jedoch ein Fachbetrieb oder ein Planer einbezogen werden.

Wie lange hält eine Kellerdämmung normalerweise?

Dämmstoffe wie XPS oder Schaumglas können bei korrekter Ausführung und Schutz vor UV‑Strahlung und mechanischer Beschädigung mehrere Jahrzehnte funktionsfähig bleiben. Innendämmsysteme halten in der Regel ebenso lange, wenn Feuchte und Raumklima im Griff sind und die Oberflächen regelmäßig gewartet werden.

Kann eine falsche Dämmung von Kellerwänden Schimmel verursachen?

Ja, falsch geplante oder unsauber ausgeführte Dämmungen können Tauwasser in der Konstruktion oder an ungünstigen Stellen entstehen lassen. Typische Auslöser sind Undichtigkeiten, Hohlräume hinter Dämmplatten, fehlende Anschlussdetails oder der Einsatz feuchteempfindlicher Materialien in feuchten Bereichen.

Was ist besser: Kellerwände von innen oder außen dämmen?

Aus bauphysikalischer Sicht ist die Außendämmung meist überlegen, weil die Wand warm gehalten wird und Feuchte besser kontrolliert werden kann. Innendämmungen sind eine sinnvolle Option, wenn der Außenbereich nicht zugänglich ist oder bei Nachrüstungen, müssen dann aber mit passenden Materialien sehr sorgfältig geplant und ausgeführt werden.

Fazit: Das beste Dämmmaterial richtet sich nach deinem Keller – nicht umgekehrt

Wenn du Kellerwände dämmen möchtest, ist die wichtigste Entscheidung vor der Wahl des Materials die ehrliche Bestandsaufnahme: Wie feucht ist der Keller, wie wird er genutzt und was ist baulich überhaupt möglich? XPS und Schaumglas sind im Erdreich technisch sehr zuverlässig, während im Innenbereich mineralische, kapillaraktive Platten oder schlanke PU‑Systeme ihre Stärken ausspielen. Am Ende lohnt sich eine Lösung, die zu deinem Gebäude und deinen Plänen passt, statt nur auf den ersten Preis oder die erste verfügbare Platte zu schauen – dann bleiben Energieverbrauch, Raumklima und Bausubstanz langfristig im grünen Bereich.

Fazit

Die Wahl des richtigen Dämmmaterials für Kellerwände hängt immer von Feuchtebelastung, geplanter Nutzung und den baulichen Möglichkeiten ab. XPS und Schaumglas sind vor allem im Erdreich zuverlässig, während im Innenbereich mineralische, kapillaraktive oder PU-basierte Systeme punkten. Entscheidend ist eine fachgerechte Planung und Ausführung, um Feuchteschäden und Schimmel zu vermeiden. So bleiben Energieeffizienz, Raumklima und Bausubstanz langfristig erhalten.

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